Mit finanzieller Unterstützung der
GD Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit
der Europäischen Kommission
Revision der EU Richtlinie für Audiovisuelle Dienste
Revision der Postdienst-Richtlinie
Mehrwertsteuer für Audiobücher
Europa hat eine neue Waffe im Anti-Terror Kampf: Blinde Polizisten
Neues aus den Mitgliedstaaten
Spanien führt Wahlverfahren für Sehbehinderte ein
Vodafone Portugal bringt Vodafone Say auf den Markt
Das Projekt „Light in Darkness“ auf der Suche nach Partnern
SPEZIAL : Slowenien
[Die in diesem Newsletter vertretenen Meinungen sind die der Autoren und entsprechen nicht zwingend den Ansichten der EBU.]
Liebe Leser,
Herzlich Willkommen bei der Ausgabe Nr. 59 des EBU-Newsletter.
Dies ist die letzte Ausgabe der EBU Newsletter vor Ende des Jahres 2007. Wir
wünschen unseren Lesern eine fröhliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch
ins neue Jahr!
Unser Spezial nimmt Sie dieses Mal auf eine interessante Reise nach
Slowenien mit : ein ausführlicher Artikel gibt Ihnen detaillierte
Informationen über die Situation der Blinden und Sehbehinderten in
Slowenien, insbesondere in den Bereichen Beschäftigung und Rehabilitation.
EBU kämpft nach wie vor auf vielen Gebieten an der EU-Front : die Position
des EU-Rates in der Revision der EU-Postdienst Richtlinie ist etwas
enttäuschend, was jedoch zu erwarten war. Unsere EU-Verbindungskommission
plant bereits Aktionen für die zweite Lesung. Die Revision der Richtlinie
für Audiovisuelle Dienste beinhaltet eine Verbesserung, die Erwähnung von
Zugänglichkeit. Schließlich setzt sich EBU für unsere blinden Gefährten in
Schweden ein, gegen einen Entscheidung der Kommission, die reduzierte
Mehrwertsteuer für Audiobücher in diesem Land anzufechten.
Sie finden in dieser Ausgabe ebenfalls einen erstaunlichen Bericht: ein
blinder Kriminalbeamter, der im Anti-Terrorkampf eingesetzt wird! Ich weiß
nicht genau, inwiefern dies neue Perspektiven für die Beschäftigung von
sehbehinderten Menschen öffnet, aber die Geschichte verdient es allemal,
gelesen zu werden.
Nicht zuletzt hoffe ich, dass der Aufruf von Tommaso Daniele, dem Förderer
des Louis Braille Clubs, erhört wird, und dass Ihre Organisationen, dem
Beispiel der Italienischen Blindenunion folgend, die Gründung ihrer eigenen
Clubs als guten Vorsatz für das neue Jahr in Erwägung ziehen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe!
Für Kommentare und Anregungen steht Ihnen folgende E-Mail-Adresse zur
Verfügung: ebuoffice@euroblind.org
Louis Braille Clubs |
Wenn Louis Braille am 4. Januar 2009 noch am Leben wäre, dann würde er zwei
Jahrhunderte alt sein. Frankreich, WBU, EBU und zahlreiche nationale
Blinden- und Sehbehindertenorganisationen organisieren große
Veranstaltungen, um seinen Geburtstag zu feiern. All dies ist zwar sehr gut,
aber nicht genug.
Wenn Louis Braille jetzt hier wäre, dann würde er vermutlich sagen: „Wenn
sie mich lieben, dann sprechen Sie nicht nur an meinem Geburts- oder
Todestag von mir und meinem Schriftsystem. Bitte tun Sie das jeden Tag, weil
es äußerst wichtig ist, die Welt ständig an die Bedeutung von Braille zu
erinnern.”
Wenn Louis Braille jetzt hier wäre, dann würde er wahrscheinlich alle
nationalen Blindenorganisationen darum bitten, eine ständige Einrichtung mit
den folgenden spezifischen Aufgaben zu entwickeln: erstens, das originale,
universale und unersetzbare Braille System zu fördern und seine Bedeutung
herauszuragen. Zweitens, den didaktischen und pädagogischen Wert von Braille
zu unterstreichen, dem einzigen Schriftsystem welches von einem Blinden für
Blinde erfunden wurde.
Der Italienische Blinden- und Sehbehindertenverband gründete bereits einen
Italienischen Braille Club und begann damit, Louis Brailles Traum zu
erfüllen.
Wir haben alle Freunde von Louis Braille in 3 Gruppen unterteilt: Personen,
private und öffentliche Organisationen. Das angesammelte Geld dient den
folgenden vier Zielen:
Jedes Jahr spenden wir eine beträchtliche Summe an das Louis Braille Museum in Coupvray, Frankreich, wo Louis Braille geboren wurde.
Wir haben eine ständige Ausstellung im Blindeninstitut in Milan eingerichtet, die Louis Brailles Lebensgeschichte erzählt und die technische Entwicklung von Braille darstellt.
Alle 6 Monate gibt der Italienische Braille Club eine Newsletter aus, um seine Mitglieder, Politiker und die Gesellschaft über seine Aktivitäten zu informieren.
Die Bedeutung von Braille wurde vor allem durch das italienische Parlament unterstützt, welches ein Gesetz erließ, mit dem der 21. Februar zum nationalen Braille-Tag erklärt wurde. Um diesen Tag zu gedenken, führen die Club Mitglieder Sensibilisierungsaktivitäten in Schulen, im Fernsehen und in Radioprogrammen durch, und organisieren Seminare über Braille und damit verbundene Themen (Schulbücher, spezialisierte Lehrer, spezielle Lehrmethoden und Bildungsaktivitäten für blinde und sehbehinderte Kinder)
We hope that a great many organisations of the blind worldwide will follow
suit and create their own national braille clubs. All together, let us
translate into reality what a young blind from Togo once wrote : “Braille is
the hidden treasure for blind people all over the world.”
Further information from Tommaso Daniele, Italian Union of the Blind and
Partially Sighted, inter@uiciechi.it
Wir hoffen, dass zahlreiche Blindenorganisationen weltweit diesem Beispiel
folgen und ihre eigenen nationalen Braille Clubs bilden werden. Ein junger
Blinder aus Togo schrieb einst: “Braille ist der verborgene Schatz für
blinde Menschen auf der ganzen Welt”. Dies können wir gemeinsam Wirklichkeit
werden lassen.
Nähere Informationen erteilt Tommaso Daniele vom Italienischen Blinden- und
Sehbehindertenverband inter@uiciechi.it
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Am 29. November wurde die vom Ministerrat
eingereichte EU Richtlinie für Audiovisuelle Dienste vom Europäischen
Parlament angenommen. Das Europäische Parlament brachte keine Änderung zum
vom Rat angenommenen Wortlaut.
Dies bedeutet das Ende der europäischen Verhandlungen über diese Richtlinie.
Die Richtlinie erlangt in den nächsten Tagen, wenn sie im Amtsblatt der
Europäischen Union veröffentlicht wird Rechtskraft. Die Mitgliedsstaaten
haben dann 2 Jahre Zeit, um ihre Forderungen in die Tat umzusetzen.
Die Lobbyarbeit der EBU führte zu einer Zusatzklausel für Behinderte: Es
handelt sich um Artikel 3c:
„Artikel 3 c
Die Mitgliedstaaten bestärken die ihrer Rechtshoheit unterliegenden
Mediendiensteanbieter darin, ihre Dienste schrittweise für Hörgeschädigte
und Sehbehinderte zugänglich zu machen.“
Obwohl man mit dem Wort „bestärken“ nicht von einer Verpflichtung sprechen
kann, so ist dieser Artikel doch erwähnenswert wenn wir Lobbyarbeit
durchführen, um bei unseren Ländern mehr Audiobeschreibung, Audiountertitel,
etc. zu erzielen. EBU wird in den nächsten zwei Jahren mit der Kommission
zusammenarbeiten müssen, um sicherzustellen, dass diese Erforderung korrekt
kontrolliert wird und dass sie auch zu Verbesserungen führt.
Diese Richtlinie ist jedenfalls viel besser als die vorherige, die
Zugänglichkeit für Behinderte überhaupt nicht erwähnte.
Nähere Informationen erteilt Dan Pescod, Verantwortlicher für europäische
und internationale Kampagnen, RNIB,
Dan.Pescod@rnib.org.uk
Am 8. November veröffentlichte der Rat seine Position über die Revision der
Postdienst-Richtlinie. Der Rat sprach sich für einen Wortlaut aus, der den
Mitgliedsstaaten die Beibehaltung oder Einrichtung portofreier Postsendungen
für blinde und Sehbehinderte ermöglicht, wobei er unseren Aufruf, daraus
eine VERPFLICHTUNG zu machen, zurückwies.
Die Zweite Lesung der Richtlinie wird vermutlich am 30. Januar 2008
stattfinden. Wie sie bereits wissen, sprach sich das Parlament in seiner
Ersten Lesung für unsere Position aus, und verabschiedete die
Änderungsanträge 47 und 26:
N°47 ist der Hauptänderungsantrag und lautet:
ARTIKEL 1, ABSATZ 14.a, Artikel 12, Absatz 1 (Richtlinie 97/67/CE)
“Die Mitgliedstaaten gewährleisten die Erbringung kostenloser
Postdienstleistungen für Blinde und Sehbehinderte“
Der Änderungsantrag 26 bezieht sich auf Erwägungsgrund 23 und lautet:
"(23) In Anbetracht der Bedeutung der Postdienste für Blinde und
Sehbehinderte als Kunden der Postdienste sollte bekräftigt werden, dass in
einem wettbewerbsfähigen und liberalisierten Markt eine Verpflichtung für
die Mitgliedstaaten bestehen sollte, die Erbringung kostenloser
Postdienstleistungen für Blinde und Sehbehinderte zu gewährleisten."
Es ist in der Regel schwieriger, die Änderungsanträge in der Zweiten Lesung
durch zu kriegen. Das Parlament kann jedoch Änderungsanträge, die es in der
Ersten Lesung vorgeschlagen hat, erneut wählen, wenn eine absolute Mehrheit
der Parlamentsmitglieder dies unterstützt. EBU bittet die
Parlamentsmitglieder, die oben genannten Änderungsanträge erneut in den
Wortlaut einzubringen.
Die verschiedenen politischen Gruppen treffen sich Anfang Januar, um sich
über ihre Wahlposition hinsichtlich verschiedener Themen zu einigen. Wir
müssen dringend die Parlamentsmitglieder im Dezember 2007 darum bitten,
unsere Anfrage für die Wiedereinführung des Änderungsantrags 47 zu
unterstützen.
EBU wird sich mit dem Berichterstatter und den Schattenberichterstattern in
Verbindung setzen, um ihnen dieses Anliegen nahe zu bringen, und ein Treffen
Anfang Januar vorschlagen, sollten sie dieses Thema weiter diskutieren
wollen. EBU hofft, diesen Änderungsantrag in den Wortlaut wieder einfügen zu
können, um diese vitale Dienstleistung für die Zukunft aufrecht zu erhalten!
Nähere Informationen erteilt Dan Pescod, Verantwortlicher für europäische
und internationale Kampagnen, RNIB,
Dan.Pescod@rnib.org.uk
Die Europäische Kommission ist im Zuge, ein Rechtsverstoßverfahren gegen
den Mehrwertsteuersatz auf Audiobücher (6%) in Schweden einzuleiten. Demnach
sei es verfassungswidrig, auf Audiobüchern den gleichen Mehrwertsteuersatz
wie auf Büchern zu beziehen, weil sie keine Bücher im klassischen Sinne des
Wortes sind.
Dies ist ein klarer Fall von indirekter Diskriminierung gegenüber Blinden,
Seh- und anderen Behinderten. Die schwedische Regierung traf die Kommission
mit Unterstützung von Verlagen, der schwedischen Vereinigung für
Sehbehinderte (SRF) und andere Interessenvertreter der Industrie, um diesen
Fall zu bekämpfen.
Ein starker Brief, von EBU und der Föderation der Europäischen Verlage
mitunterzeichnet, wurde an José Manuel Barrosco, dem Präsidenten der
Kommission, sowie an relevante Kommissare, dem Rat und dem Parlament über
dieses Thema verschickt.
Selbstverständlich halten wir unsere Leser über neue Entwicklungen auf dem
Laufenden.
Nähere Informationen erteilt Anne Spinali, zuständig für europäische
Kampagnen, RNIB:
anne.spinali@rnib.org.uk
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ANTWERPEN, Belgien: Sacha van Loo, 36, ist kein typischer Polizist. Er benutzt
einen weißen Stock anstelle einer Waffe. Und er kann am Geräusch eines
Motors auf einem Tonband erkennen, ob der Verdächtige einen Peugeot, Honda
oder Mercedes fährt.
Van Loo ist eine von Europas neuesten Waffen im globalen Kampf gegen
Terrorismus und organisierter Kriminalität: ein blinder Sherlock Holmes, der
durch seine Behinderung Hinweise wahrnimmt, die sehende Polizisten nicht
sehen.
„Als Blinder musste ich zwangsweise lernen, meine anderen Sinne auszuprägen, und meine Stärke als Polizist liegt in meinen Ohren“, sagt er in seinem Büro der Belgischen Bundespolizei. Ein von Kugeln durchlöchertes Papier von einer Zielschiessübung hängt stolz an der Wand. „ Wenn man blind ist, muss man auch seine Grenzen erkennen“, fügt er mit einem Lächeln hinzu, und erklärt, dass ein sehender Trainer seine Hände während der Übung führte, „damit niemand verletzt wurde“.
Van Loo, ein dünner, von Geburt aus blinder Mann, ist einer von sechs Polizisten in einer Pionier-Mannschaft, spezialisiert auf die Übertragung und Analyse von Tonbandaufnahmen aus Abhöraktionen in Kriminaluntersuchungen. Der gelernte Linguist, der zum Spaß Serbokroatisch lernte, bedauert, dass man ihm nicht erlaubt, eine Waffe zu tragen oder Verhaftungen durchzuführen. Sein Hörsinn ist jedoch so stark ausgeprägt, dass Paul van Thielen, ein Direktor der Belgischen Bundespolizei, seine Fähigkeiten mit denen eines Superhelden vergleicht.
Wenn die Polizei den Anruf eines verdächtigen Terroristen abhört, kann Van Loo sofort die Nummer anhand der gewählten Töne identifizieren. Durch den Wiederhall einer Stimme an einer Wand kann er schließen, ob der Verdächtige sich in einer Flughafenhalle oder in einem überfüllten Restaurant befindet. Die belgische Polizei bemühte sich kürzlich, einen Drogenschmuggler auf einer Tonbandaufnahme zu identifizieren, und war zu dem Schluss gekommen, dass es sich um einen Marokkaner handeln müsste. Van Loo, der eine „Bibliothek von Akzenten in seinem Kopf“ hat, versicherte, dass es sich um einen Albaner handelte, was nach der Festnahme bestätigt wurde.
„Ich musste lernen, mein Ohr zu trainieren, um zu wissen, wo ich mich befinde. Nur so kann ich die Strasse überqueren oder in einen Zug einsteigen, es geht ums Überleben“, sagt er. „ Einige Leute verlieren sich in Hintergrundsgeräuschen, aber als Blinder muss ich Geräusche im Geiste filtern und in verschiedene Kanäle leiten. Dies sind die kleinen Details, die bei der Lösung eines Verbrechens den Unterschied machen. "
Die Auseinandersetzung mit seiner Behinderung, so sagt er, gab ihm auch die nötige dicke Haut, um mit dem Stress in diesem Job zu leben. „ Ich lausche Kriminellen, die einen Mord planen, Drogendealern, die ihre Drogenübergabe planen, Männern, die sich gegenseitig zusammenschlagen. Als Blinder bin ich zäh und das hilft mir, die Dinge nicht zu sehr an mich geraten zu lassen.“
Die blinde Polizeieinheit nahm ihre Arbeit im Juni auf, nachdem Van Thielen, auf seiner Suche nach besserer Öffentlichkeitsarbeit, von einem blinden Polizisten in den Niederlanden hörte. Es wurde ihm klar, dass Blinde für die Interpretation von Tonbandaufnahmen fähiger sein könnten als Sehende. Diese Idee erhielt zusätzlichen Antrieb, als die belgische Regierung vor einigen Jahren ein Gesetz verabschiedete, dass der Polizei mehr Befugnis gab, Tonbandaufnahmen in der Untersuchung von 37 Verbrechensarten zu nutzen, unter anderem bei Terrorismus, Mord, organisiertes Verbrechen und Entführung von Minderjährigen.
Die Polizei erkannte auch, dass blinde Polizisten wie Van Loo sehr wertvoll sein könnten in Anti-Terror Untersuchungen, weil Tonbandaufnahmen von Wanzen im Telefon oder Haus einer Terroristengruppe oft durch laute Hintergrundgeräusche gedämpft sind. Daher bräuchte man ein sehr geübtes Ohr, um Stimmen zu erkennen. Alain Grignard, ein Senior Antiterrorist Offizier in der Brüsseler Bundespolizei, betont, dass Wanzen sich sehr nützlich erwiesen bei der jüngsten Festnahme einer breiten Terroristengruppe in Belgien, die für einen Aufruhr im Irak rekrutierten.
Van Loo hat nicht nur seht geübte Ohren, er ist auch ein erfahrener Übersetzer, der sieben Sprachen spricht, inklusive russisch und arabisch, eine Fähigkeit, die ihn laut Grignard unentbehrlich macht, da sein Erkennen von Akzenten ihm helfen kann, zwischen, z.B., einem ägyptischen oder marokkanischen Verdächtigen zu unterscheiden. „Man muss jeden möglichen Vorteil nutzen im Anti-Terrorkampf, und ein blinder Polizist mit Sprachkenntnissen kann eine starke Waffe sein.“
Die belgische Polizei zeigte sich erstaunt über die hohe Anzahl von qualifizierten Bewerbern für die Stelle. Voraussetzung für die Einstellung waren ein exzellentes Gehör, anhand eines speziellen Tests gemessen und 33% Sehbehinderung. Van Thielen, der Polizeichef, sagte, dass er Dutzende von Bewerbern zurückweisen musste, die eine zu gute Sehfähigkeit hatten. Unter anderem sorgte ein „blinder“ Mann, der im Auto zum Vorstellungsgespräch kam, für Überraschung.
Mit der Einstellung Blinder entstanden neue Herausforderungen, erinnert sich Thielen. Ein Gesetz von 2006 welches Zivilisten, die forensische Arbeit leisten, einige polizeiliche Befugnisse zugesteht, jedoch das Tragen von Waffen oder die Vollziehung von Festnahmen verbietet, gibt ihnen einen besonderen Status. Die blinde Einheit ist demnach fast ausschließlich für die Untersuchung von Tonbandaufnahmen eingestellt worden und soll keinen gefährlichen Situationen ausgesetzt werden.
Van-Thielen, ein Veteran des Nicht-Unsinns, musste auch dem Widerstand anderer Veteranen der Polizeitruppe gegenüberstehen, die fürchteten, dass blinde Kollegen eine Last sein würden. Andere hatten Bedenken, wie man sich gegenüber Blinden verhalten sollte, und fragten, ob ein „Auf Wiedersehen“ eine Beleidigung darstellen würde. Um sie zu beruhigen, organisierte van Thielen Sensibilitätstrainings mit blinden Freiwilligen. Ein Hinweis: Lassen Sie keine Computerkabel auf dem Boden liegen, da blinde Offiziere darüber stolpern könnten.
„Die erste Reaktion, als Polizeioffiziere hörten, dass Blinde hier arbeiten würden, war Lachen, sie meinten, wir seien hier bei der Polizei und nicht bei der Wohlfahrt.“ Die Einstellung änderte sich jedoch als die blinden Offiziere ankamen und ihre Entschlossenheit zeigten, zu arbeiten und sich nützlich zu machen.“ Nicht nur die Einstellungen mussten verändert werden. Zusätzlich wurden Fahrstühle mit stimmgesteuerten Knöpfen eingerichtet, und jeder blinde Offizier erhielt einen 10.000 Euro Computer mit Braillezeile und einem Sprachsystem, das Bilder in Stimme übersetzt.
Zur Verschriftlichung einer Tonbandaufnahme setzt Van Loo Kopfhörer auf und lässt seinen Zeigefinger über eine lange Braillezeile unter seiner Tastatur gleiten, wo die Zeichen das darstellen, was auf seinem ausgeschaltetem Computerbildschirm, erscheinen würde. Wenn er hinausgeht, trägt er ein kompaktes GPS der Polizei, mit einer Stimme, die ihn Strasse für Strasse zu seinem Ziel führt.
Van Loo ist Vater von 2 Kindern und führt seinen Erfolg darauf zurück, dass seine Eltern ihn sehr früh lehrten, unabhängig zu sein. Sein Vater, ein Filmfan, nahm ihn als Kind oft ins Kino mit. Er brachte ihm auch bei, Auto zu fahren, nahm ihn auf seinem Schoss und führte seine Hände auf dem Lenkrad. Seine Fähigkeit, sich anzupassen, wurde, so meint er, dadurch verstärkt, dass er eine Regelschule besuchte. Er besuchte auch eine Sonderschule für Blinde, wo er lernte einen weißen Stock zu nutzen und Russisch in Brailleschrift zu lesen. Als Entspannung fährt er Ski, reitet oder spielt die arabische Laute. „Meine Eltern akzeptierten meine Blindheit, und das half mir, sie ebenfalls zu akzeptieren“ so van Loo. „Die Tatsache, dass sie nicht risikoscheu waren, war ebenso sehr hilfreich“.
Cingy Gribomont, Trainingsleiterin in der Braille Liga in Brüssel, einem Institut für Blinde, welches der Polizei mit der Einstellung zur Hilfe stand, sieht ihre größte Herausforderung darin, die Vorurteile der Arbeitgeber zu bewältigen. „Arbeitgeber brauchen Ermutigung, weil sie Angst davor haben, Behinderte einzustellen.“ Van Loo, seinerseits, sagt, dass er fest entschlossen ist, sich nicht von seiner Behinderung überwältigen zu lassen. „Es ist nicht immer einfach, blind zu sein. Ich konzentriere mich nicht darauf. Ich leugne es nicht. Aber es ist tragisch, dass ein blinder Polizist immer noch als eine Ausnahme betrachtet wird.“
[ Mit freundlicher Genehmigung der International Herald Tribune
abgebildet]
International Herald Tribune, Monday, October 29, 2007, Dan Bilefsky
http://www.iht.com/bin/printfriendly.php?id=8100944
Der spanische Ministerrat verabschiedete ein königliches Dekret, dass blinden und Sehbehinderten geheimes Wählen ermöglicht.
Der Rat bestätigte, dass dieses neue Wahlverfahren bereits für die kommenden Wahlen im März 2008 eingeführt wird.
Es wird ebenfalls in den Wahlen des Europäischen Parlaments, regionalen Verbänden und Referenden eingesetzt. Für örtliche Wahlen müssen wegen der Aufwendigkeit des Prozesses besondere Vorschriften eingeführt werden.
Die Regierung hofft darauf, dass 15 000 Wähler dieses System nutzen werden, was mit 20 Euro pro Person zu einer Gesamtkostenzahl von 300 000 Euros pro Wahl führt. Die gesamte Investition pro Wahl inklusive Werbungskosten, öffentliche Informationskampagnen und Bewerbungen, beläuft sich auf 600 000 Euro.
Das Wahlverfahren sieht vor, dass sobald das Innenministerium eine Bewerbung
erhält, der Präsident von jeder Wahlstation dem Wähler einen Umschlag mit
Anweisungen und Wahlumschlägen übergibt für jede Partei, wo der Name in
Druckschrift und in Braille erscheint.
Bei Senatswahlen, wo das Wahlverfahren eine offene Liste vorsieht, wird der
Umschlag eine Vorlage mit Löchern enthalten. Diese wird über den normalen
Stimmzettel gelegt, damit die Wähler ihre Wahl mit einem Kreuz kennzeichnen.
Das königliche Dekret schreibt auch für jede Wahlstation einen speziell zugeteilten, zugänglichen und angemessenen Platz vor, um die Privatsphäre des Wählers so nah wie möglich an der Wahlkabine zu gewährleisten.
Dies ist ein großer Erfolg nach einer langen Verhandlungszeit.
Nähere Informationen erteilt Ana Peláez Narváez,
apn@once.es
Vodafone führte vor kurzem den Vodafone Say Netztarifplan ein, der spezielle Bedingungen im mobilen Breitband Internetzugang für Menschen mit besonderen Bedürfnissen vorsieht. Im August hatte Vodafone Portugal eine neuere Version des Produkts Vodafone Say eingeführt (seit Juli 2005 auf dem Markt), das Blinden und Sehbehinderten ermöglicht, alle Funktionen eines Handys zu nutzen.
Vodafone Say ist bereits kostenlos auf über 700 Handys installiert worden. Es ist speziell für Sehbehinderte entwickelt und erlaubt ihnen, mit Hilfe einer TTS (Text to Speech) Übersetzung alle Funktionen eines Mobiltelefons zu nutzen.
Dies bedeutet, dass Blinde oder Sehbehinderte verschiedene Dienstleistungen wie SMS, MMS oder Email nutzen können, oder auf dem Vodafone live Portal surfen können. Sie können ebenfalls erfahren, wer sie anruft, jemanden über ihr Adressbuch anrufen, den Kalender aufrufen, Empfangsqualität und Batteriestand prüfen, sowie Datum und Zeit hören, usw.
Vodafones Ziel ist es, durch dieses Angebot mit speziellen Tarifen und
angepassten Telefonen, zu einem effizienten, verbesserten Zugang und zur
Integration dieser sozialen Gruppe in die Informationsgesellschaft
beizutragen.
http://www.vodafone.com/start/media_relations/news/local_press_releases/portugal/portugal_press_release/mobile_broadband_for.html
Der ungarische Sport und Freizeitverband für Sehbehinderte sucht nach 2 Partnerorganisationen für das Wanderprojekt „Light in Darkness” (Licht in der Dunkelheit).
Sehende Teilnehmer werden von ihren blinden Freunden geführt und haben somit die Möglichkeit, das Leben eines Sehbehinderten zu erleben; Ebenso haben blinde Menschen die Möglichkeit, Aktivitäten auszuüben, von denen sie normalerweise ausgeschlossen sind (Extremsportarten, usw.)
Bewerbungen vor 1. Februar 2008.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Judit Gombás (LÁSS, Látássérültek
Szabadidős Sportegyesülete),
gombas.judit@gmail.com
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Von Tomaz Wraber und Alenka Bera, Verband der Blinden und Sehbehinderten von Slowenien
Ziel dieser Arbeit ist es, die Lage der Staatsbürger der Republik
Slowenien zu beschreiben, die älter als 21 waren, als sie blind oder
sehbehindert wurden. Diese Menschen haben die Möglichkeit verpasst, an
Sonderprogrammen für Ausbildungen von Blinden oder Sehbehinderten
teilzunehmen. Für sie ist es eine völlig neue Situation, blind oder
sehbehindert zu sein. Sie bräuchten deshalb, abgesehen von den existierenden
Beihilfen, ein umfangreiches berufliches Rehabilitationsprogramm um sie
bestmöglich für ein selbständiges persönliches, professionelles und
öffentliches Leben vorzubereiten.
Die Definition von Blindheit und Sehbehinderung in Slowenien (1) entspricht
fast der WHO Definition in 2003 (2).
Die slowenische Definition sieht fünf Kategorien von Sehbehinderung vor: 1
und 2 für Sehbehinderung, 3, 4 und 5 für Blindheit.
Wir feiern dieses Jahr den 85. Geburtstag von organisierter
Blindenfürsorge.
Der erste Blindenverband wurde nach der Zerstörung des
österreicherisch-ungarischem Imperiums in Ljubljana errichtet. Grosse
Veränderungen geschahen nach dem zweiten Weltkrieg. Unter anderem wurde die
Blindenfürsorge Teil der Ideologie der Regierung. Kurz gefasst wurde die
Situation folgendermaßen betrachtet: Faschismus und Nazismus bewirkten den
Krieg, welcher zu einem großen Anstieg der Zahl der Blinden und
Sehbehinderten führte. Den Opfern des Faschismus musste geholfen werden.
Dies brachte die Regierung dazu, ein sehr solides Bildungssystem für Blinde
zu entwickeln. Die meisten Blinden erhielten einen Arbeitsplatz oder durften
in Rente gehen, keiner blieb arbeitslos. In Zeiten, wo das Land insgesamt
unter großer Knappheit litt, war die organisierte Blinden- und
Sehbehindertenfürsorge unter den besten in Europa. Das Gesetz besagte sogar,
dass Blinde Telefonisten bei Anstellung Priorität hatten. Leider folgte die
Entwicklung der Blinden und Sehbehindertenfürsorge später nicht dem
allgemeinen Trend in anderen Ländern.
Dies wird zunehmend deutlich wenn wir die Zahlen der beschäftigten und
beschäftigungslosen Mitglieder des größten von 9 Verbänden betrachten, die
die Union der blinden und Sehbehinderten von Slowenien bilden. (nachstehend
als „Union“ bezeichnet. Tabelle 1 zeigt die Daten für die Jahre 1968, 2000
und 2004.)
Zahl der beschäftigten und beschäftigungslosen Mitglieder des Verbandes der
Blinden und Sehbehinderten von Ljubljana in 1068, 2000 und 2004
Jahr
1968
2000
2004
Gesamt-
Mitgliederzahl
420 (100 %)
830 (100 %)
960 (100 %)
Zahl der beschäftigten
Mitglieder
114 (27.1 %)
57 (6.87 %)
-75 (7.7 %)
Zahl der beschäftigungslosen*
Mitglieder
0 (0 %)
8 (0.96 %)
15 (1.56 %)
* beschäftigungslos – registrierte Arbeitssuchende
Alarmierend ist, dass 1968 27,1% der Mitglieder beschäftigt waren, während
2004, als die Mitgliedschaft doppelt so hoch war, die Beschäftigungsrate auf
7,7% fiel. Die niedrige Zahl der Beschäftigungslosen/Arbeitslosen in 2004
erklärt sich durch die hohe Zahl der jungen Pensionierten, wie man in der
Tabelle 2 sieht.
Tabelle 2
Zahl der beschäftigten, pensionierten und beschäftigungslosen Mitglieder
des Verbandes der Blinden und Sehbehinderten von Ljubljana zwischen 20 und
65 , am 31. Dezember 2004
___________________________________________________________________
Unter allgemeinen Umständen beschäftigt
254
Unter Sonderbedingungen beschäftigt
- Unternehmen, die Behinderte Menschen einstellen
30
Gesamtzahl der Personen im Ruhestand
2,126
Personen im Ruhestand zwischen 20 und 65
853
Beschäftigungslos – angemeldete Arbeitssuchende
59
Hauptgründe für die hohe Anzahl an Rentnern (2126 von 3717 Mitgliedern) sind
das hohe Alter der Mitglieder und die hohe Zahl der Frührentner. Die Zahl
der Beschäftigten unter allgemeinen Bedingungen ist relativ niedrig- 254,
und unter Sonderbedingungen nur 30. Zwei Angaben sind besorgniserregend: die
sehr hohe Anzahl von pensionierten Mitgliedern zwischen 20 und 65 (853) und
die sehr niedrige Zahl von aktiven Arbeitssuchenden (nur 59).
Und von welchen Rechten kann eine erwachsene Person, die Blind oder
sehbehindert geworden ist Gebrauch machen? Die Pflichtkrankenversicherung
sieht vor, dass dieser Person eine Grundausstattung zusteht: ein weißer
Stock, eine dunkle Brille, einen Kassettenrecorder und eine Brille. Unter
bestimmten Bedingungen kann eine blinde Person auch eine Braille
Schreibmaschine oder einen Blindenhund erhalten. Sie ist jedoch nicht dazu
befugt, ein elektronisches Vergrößerungsglass oder blindengerechte Computer
zu erhalten.
Pension und Invaliditätsversicherung sind für jede arbeitende Person
gesetzlich vorgeschrieben. Im Falle einer Erblindung (Kategorien 3, 4 und 5
in der slowenischen Definition), steht der Person ein Beihilfezuschlag von
239 Euros netto pro Monat zu. (Zum Vergleich: 2004 erhob sich das
Durchschnittsbruttogehalt in Slowenien auf 1112 Euro im Monat, also 700
Euros netto). Bei einer arbeitsunfallbedingten Erblindung beläuft sich die
Beihilfe auf ca. 83 Euros im Monat. Wenn der Unfall jedoch nicht
arbeitsbedingt war, dann sind es nur 53 Euros. Sehbehinderte der Kategorie 2
erhalten nur 50% der Beihilfe.
Das System in Slowenien bietet den Blinden und Sehbehinderten materielle und
finanzielle Unterstützung, diese reicht jedoch für ein selbständiges Leben
nicht aus. Wir sprachen mit vielen blinden und sehbehinderten Erwachsenen
und fanden heraus, dass ihre größte Angst darin liegt, von der Gesellschaft
ausgeschlossen zu sein und ihre Arbeit, ihre Existenzgrundlage zu verlieren.
Eine gute und umfassende Rehabilitation würde ihre Fähigkeit zu einem
selbständigen Leben erheblich verbessern.
Was sind die Möglichkeiten für umfassende Rehabilitation in Slowenien?
Die
Gesetzgebung sieht die Rehabilitation der Blinden und Sehbehinderten nur in
zwei Fällen vor: Das Gesetz für die Rehabilitation und Beschäftigung von
Personen mit Behinderungen, welches im Juni 2004 in Kraft getreten ist,
gewährleistet Rehabilitation von arbeitslosen Behinderten, um ihre
Beschäftigungsmöglichkeiten zu fördern. Leider wurden die gesetzlichen
Regulierungen noch nicht eingeführt, so dass dieses Gesetz noch nicht gilt.
Das Gesetz für Pension und Behinderungsversicherung ermöglicht
professionelle Rehabilitation für alle Angestellten, die während ihrer
Beschäftigung behindert werden, sofern solch eine Rehabilitation sie für
eine andere Arbeit qualifiziert. Dieses Recht kann jedoch nur bis 50 in
Anspruch genommen werden. Die Daten für Rehabilitation erscheinen in Tabelle
3
Tabelle 3
Verhältnis zwischen neuen Mitgliedern über 21 Jahren und Mitgliedern, die
sich im Zentrum für Blinde und Sehbehinderte (CSS)in Skofja Loka zwischen
1990 und 2003 einer Rehabilitation unterzogen haben
| Jahr | Neue Mitglieder über 21 |
Zahl der neuqualifizierten Mitglieder im CSS |
Prozentzahl neuqualifiz |
|---|---|---|---|
| 19900 | 139 | 11 | 7.91 |
| 1991 | 144 | 6 | 4.18 |
| 1992 | 142 | 10 | 7.06 |
| 1993 | 131 | 6 | 4.59 |
| 1994 | 152 | 10 | 6.58 |
| 1995 | 184 | 13 | 7.06 |
| 1996 | 246 | 9 | 3.67 |
| 1997 | 219 | 9 | 4.11 |
| 1998 | 147 | 11 | 7.51 |
| 1999 | 215 | 6 | 2.79 |
| 2001 | 194 | 9 | 4.64 |
| 2002 | 205 | 6 | 2.93 |
| 2003 | 192 | 7 | 3.64 |
| Summe(1990 bis 2003) | 2,4377 | 119 | 4.88 |
| Summe (1994 bis 2003) | 1,8333 | 86 | 4.57 |
| - | - |
Zusammenfassung: In Slowenien haben Erwachsene, die blind oder sehbehindert
werden Anspruch auf einige finanziellen Vorteile und eine Basisausstattung.
Bis vor kurzem war das Recht auf Rehabilitation in reduzierter Form nur
einigen wenigen vorbehalten. Obwohl das Gesetz nun dieses Recht vorschreibt,
kann es nicht vollzogen werden, weil es keine Institution gibt, die dieses
durchführen kann.
Die slowenische Gesetzgebung erkennt das Recht auf eine umfassende
Rehabilitation für Blindheit oder Sehbehinderung schlechthin nicht an. Ein
Verlust der Sehfähigkeit ist eine Folge von Krankheit oder Verletzung.
Deshalb sollte das Recht auf umfassende Rehabilitation in der
Gesundheitsgesetzgebung verankert sein, im Gesetz für Gesundheitspflege und
Krankenversicherung. Wir, die Blinden und Sehbehinderten von Slowenien, tun
unser bestes um eine Veränderung in der Gesetzgebung zu erreichen, vor allem
da dieses Recht bereits in der Gesetzgebung für Menschen mit
Mobilitätsbeschränkungen mit einbezogen ist.
Die Grundlagen, um eine umfassende Rehabilitation für Blinde und
Sehbehinderte im Rahmen des Gesundheitssektors mit einzubringen bestehen
bereits. Die Augenkliniken von Ljubljana und Maribor haben bereits eine
Abteilung für Sehbehinderung. Ebenso sind viele augenärztliche ambulante
Kliniken teil des Krankenversicherungsnetzes. Das Gesundheitswesen hat ein
bestehendes System für Triage und Überweisung an Spezialisten und
Subspezialisten und arbeitet oft mit nicht-medizinischen Berufen zusammen.
Deshalb gibt es keinen Grund, weshalb Augenärzte nicht andere Experte mit
einbeziehen könnten, wie z. B. besondere Pädagogen für Sehbehinderte,
Orientierungsspezialisten, Sehbehinderungstherapeuten etc. Und zu guter
letzt gibt es praktisch keine altersbedingten Grenzen für medizinische
Berufe. Dies bedeutet, dass eine umfassende Rehabilitation der Blinden und
Sehbehinderten im Rahmen des Gesundheitssystems auch für die älteren
zugänglich sein würde.
Abschließend würden wir Sie gerne auf eine wichtige Tatsache hinweisen: Die
Europäische Union verabschiedete ein sehr detailliertes Gesetz, welches für
alle Mitgliedsstaaten in vielen Gebieten rechtsverbindlich ist. Leider gibt
es keine verbindlichen Standards hinsichtlich des Mindestschutzes der Rechte
von Blinden und Sehbehinderten, welche das Recht auf umfassende
Rehabilitation hervorgehend aus Blindheit und Sehbehinderung schlechthin mit
einbezieht. Vielleicht sollte die Europäische Blindenunion zusammen mit den
beruflichen Augenarztverbänden die Initiative ergreifen, und den zuständigen
EU Gremien eine relevante Gesetzgebung auf diesem Gebiet vorschlagen.
Rechtsverbindliche Standards sind der Weg zu einer Verbesserung der Lage und
Aussichten der Sehbehinderten, und zur Erweiterung ihrer Möglichkeiten,
selbständig zu leben, nicht nur in Slowenien.
Anmerkungen
(1) Die Definition von Blindheit und Sehbehinderung für die Republik
Slowenien wurde am 6. März 1996 von der erweiterten technischen
Arbeitsgruppe für Augenheilkunde und am 6. November vom Medizinischen Rat
des Gesundheitsministeriums der Republik Slowenien verabschiedet.
(2) WHO. Prevention of blindness and deafness. Consultation on development
of standards for characterization of vision loss and visual functioning.
Geneve, 4-5 September 2003, WHO/PBL03.91.
(3) Colenbrander A, Fletcher DC. Basic concepts and terms for low vision
rehabilitation. Am J Occupat Ther (AJOT) 1995; 49:865-9.
Weitere Informationen erteilt Tomaz Wraber,
Tomaz.Wraber@rtvslo.si
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Official name: Republic of Slovenia
Offizieller Name Republik Slowenien
Politisches System Demokratie
Fläche 20,273 km2
Bewaldung 10,124 km2
Weinanbau 216 km2
Grenzstaaten Österreich, Italien, Ungarn, Kroatien
Küstenlänge 46.6 km
Hauptstadt Ljubljana
Bevölkerung 2 Millionen
Ethnien Slowenen (83.06 %), Italiener (0.16 %),
Ungaren (0.43 %), andere (11.57 %)
Sprache Slowenisch h
Religion Römisch-katholisch (82 %)
Klima Alpin, kontinental, Mittelmeer
Durchschnittstemperatur Juli : 21°C; Januar : 0°C
Währung Euro seit 1. Januar 2007
Ausbildung Universitäten in Ljubljana und Maribor
Weitere Informationen : :
www.slovenia.si
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Veranstaltungskalender |
Gemeinsame Sitzung des Präsidiums mit den Vorsitzenden der EBU-Kommissionen
und Gruppenkoordinatoren.
Kontakt: Birgitta Blokland, EBU-Generalsekretärin
Email : bjb202@hotmail.com
Zweites europäisches eAccessibility-Forum – Zugänglichkeit von
elektronischen Büchern: eine Chance für behinderte Menschen
Die Konferenz wird unter der Schirmherrschaft des französischen
Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, der französischen Ministerin für Kultur und
Kommunikation, Christine Albanel, und der französischen Ministerin für
Hochschulwesen und Forschung, Valérie Pecresse, abgehalten.
http://inova.snv.jussieu.fr/evenements/colloques/ebooks/Description/index_en.php
Ausgerichtet vom spanischen Blindenverband (ONCE) und dem
Kinderausschuss der Weltblindenunion.
Kontakt: Ana Pelaez, rrii@once.es
6. EBU-Konferenz für Taubblinde und 2. Generalversammlung der
Europäischen Taubblindenunion
Kontakt: Tajana Tarczay, Projektkoordinatorin,
edbu2007@dodir.hr
11. International Conference on Computers Helping People with Special
Needs
„eQuality: eine internationale Herausforderung“ – Gleicher Zugang zur
Informationsgesellschaft als globale Herausforderung
www.icchp.org
7. Generalversammlung und 4. Frauenforum der Weltblindenunion
www.wbu2008.ch
21. Weltkongress von Rehabilitation International
Behindertenrechte und soziale Beteiligung: eine Gesellschaft für alle
Der Kongress stellt die neue UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderungen vor, die einen Rahmen für die Ausarbeitung angemessener
Politiken, Aktionen und Projekte zur drastischen Verbesserung der
Lebensbedingungen Hunderter Millionen Behinderter in aller Welt schafft.
Der RI-Québec 2008 Weltkongress bietet zudem die Möglichkeit, sich drei Tage
lang im Rahmen eines umfassenden Programms mit zahlreichen Veranstaltungen
und Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten von Québec mit über 1 500
Experten, Forschern, Verfechtern von Behindertenrechten, Dienstleistern und
Akteuren der Zivilgesellschaft auszutauschen und mit Ausstellern aus aller
Welt zusammenzutreffen, die ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen
präsentieren.
Das RI-Netzwerk besteht aus über 700 Organisationen in ca. 100 Ländern und
bietet einen Entwicklungsrahmen für innovative Lösungsansätze. Sein Auftrag
umfasst die Förderung von sozialem Wandel, Integration und
Behindertenrechten.
www.riquebec2008.org oder www.riglobal.org
200. Geburtstag von Louis Braille – Internationale Konferenz
Informationen zu der Veranstaltung und das vorläufige Programm können bei
der Vereinigung Valentin Haüy angefordert werden.
Kontakt: Christian Coudert,
ch.coudert@avh.asso.fr