Mit finanzieller Unterstützung der
GD Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit der
Europäischen Kommission
Auf Wiedersehen Caroline, willkommen Sarah !
Die Europäische Kommission unterstützt auch 2008 die Arbeit der EBU
Diskriminierung und Behindertenrichtlinie
Novellierung des Telekommunikationspakets
Ermäßigter Mehrwehrsteuersatz bei Hörbüchern
Glühbirnen werden schrittweise aus dem Verkehr gezogen
EBU-Kommissionen und Lenkungsgruppen
Neues aus den Ländern
Neuer ISO-Standard für Kreditkarten
Veröffentlichungen
SPEZIAL : Internationaler Frauentag
Willkommen zum EBU Newsletter Nr. 61.
Wie Sie Carolines Abschiedsbrief entnehmen können, verläßt sie die EBU, um neue und entlegene Horizonte zu erkunden. Ich bin mir sicher, Sie werden sich alle unserem herzlichen Dank für Carolines Engagement und ihren Einsatz für die EBU anschließen. Sarah Ghlamallah wird jetzt ihren Platz einnehmen; wir wünschen ihr in ihrer neuen Position schon jetzt viel Erfolg.
Die EBU ist weiterhin dabei, die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen auf EU-Ebene tatkräftig fördern. In dieser Ausgabe erfahren Sie, was wir alles unternommen haben, um den Zugang zu Information und Kommunikation, zu Hörbüchern und zu einer ausreichenden Beleuchtung zu verbessern. Wir hoffen, dass es uns möglich sein wird, hier zu konkreten Ergebnissen zu kommen, dank der finanziellen Mittel, die die EU-Kommission im Rahmen des PROGRESS-Programms bereitstellt.
Der Leser wird ferner über Aktivitäten lesen, die von den EBU-Kommissionen und Lenkungsgruppen in der gegenwärtigen Arbeitsperiode 2008-2011 geplant sind. Interessante Initiativen ergreift derzeit die Lenkungsgruppe für ältere Menschen. Auch die EBU-Kommission für Rechte hat einen Aktionsplan entwickelt, der für eine effektive Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen hilfreich sein dürfte.
Unser EBU-SPEZIAL ist diesmal ganz dem „Internationalen Frauentag 2008“
gewidmet. Es enthält hierzu eine Reihe Hintergrundinformationen und
berichtet, wie dieser Tag in einigen EBU-Ländern gefeiert wurde.
Bitte senden Sie Ihre Meinungen zu Inhalt und Gestaltung des “EBU Newsletter“ an folgende Anschrift: ebuoffice@euroblind.org
Als ich meine Arbeit als Information Officer bei der EBU antrat, wußte ich, dass dies eine ganz besondere Erfahrung werden würde, doch ich konnte mir nicht vorstellen inwiefern. Nie zuvor hatte ich in einem solchen Bereich gearbeitet. Dank Mokranes kluger und geduldiger Einführung in jede einzelnen neuen Aufgabenbereich haben wir uns zu einem guten Team für die verschiedenen Angelegenheiten des EBU-Büros entwickelt (Kampagne 1million4 disablity, Pressemitteilungen, Vorbereitung der Generalversammlung, Newsletter, Internetseite usw.).
Für mich war die Arbeit sehr bereichernd. Ich habe von Ihnen allen persönlich und beruflich viel gelernt, und hoffe, dass ich zum guten Funktionieren der EBU nach besten Kräften beitragen konnte.
Aus diesen Gründen tut es mir wirklich sehr leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich Paris und deshalb auch die EBU Anfang Mai verlassen werde. Der Grund hierfür ist, dass ich für drei Monate nach Japan gehen werde, um ein Heilverfahren bei einem echten Meister zu lernen, von dem ich nicht geglaubt hatte, ihm jemals in meinem Leben zu begegnen. Es tut mir auch leid, wenn ich jetzt Ärger bereite. Als ich meine Arbeit hier antrat, dachte ich, dass das Studium hinter mir läge. Doch dann traf ich diesen Meister und ich konnte die Gelegenheit, bei ihm studieren und lernen zu können, nicht ungenutzt verstreichen lassen. Hoffentlich dauert es nicht lange, bis das Büro eine glückliche Nachfolgerin findet.
Bitte glauben Sie mir, wenn es einen Weg gegegen hätte, gemeinsam mit der EBU von einem anderen Land aus weiter zu arbeiten, so hätte ich keine Minute gezögert.
Vielen Dank an dieser Stelle an Mokrane, mit dem mir die gemeinsame Arbeit immer großen Spaß gemacht hat, aber auch an Sie alle bei der EBU. Sie haben mir stets das Gefühl gegeben willkommen zu sein, so als hätte ich einer großen Familie angehört. Ich hoffe deshalb, ich kränke niemanden durch mein Weggehen; die Arbeit der EBU werde ich aus der Ferne stets weiter verfolgen.
Caroline Fakhrkhr
Von der Richtigkeit der soziale Inklusion bin ich fest überzeugt. Ich freue mich schon jetzt darauf, mehr über die speziellen Probleme zu erfahren, denen sich blinde und sehbehinderte Menschen in ganz Europa gegenübersehen. Meine Begeisterung und Kompetenz stelle ich gerne in den Dienst der EBU. Ich bin mir sicher, dass mir meine neue Position sehr gefallen wird, schon weil die Teilzeitarbeit es mir ermöglichen wird, mich auch weiterhin sozial zu betätigen. So engagiere ich mich zur Zeit im ehrenamtlichen Bereich sowie in einigen kleineren Projekten wie kreatives Schreiben und Erstellen einer kulturellen Website.
Ich bin sehr glücklich, diese spannende Reise anzutreten und freue mich
schon auf die baldige gemeinsame Arbeit mit Ihnen.
Sarah Ghlamallahllah
Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission im Rahmen des
Gemeinschaftsprogramms für Beschäftigung und soziale Solidarität (PROGRESS)
wird die EBU im Jahre 2008 folgende Aktivitäten durchführen:
Bildung einer Expertengruppe für Beschäftigung. Schwerpunkt der Arbeit der
Gruppe wird die Beobachtung der Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse
blinder und sehbehinderter Menschen am offenen Arbeitsmarkt und im
unterstützten Bereich sein. Explorative Arbeitsbesuche in drei Ländern der
Europäischen Union - in Deutschland, Rumänien und Schweden – sind in
Aussicht genommen, um Informationen zu sammeln, die analysiert und in einem
Bericht zusammengefasst werden, der bis Ende 2008 vorgelegt werden soll.
Einsetzen einer Expertengruppe Bildung. Die Gruppe wird einen Fragebogen
über Bildung und berufliche Bildung bei blinden und sehbehinderten Frauen in
der Europäischen Union erarbeiten. Die Ergebnisse werden bis Ende des Jahres
analysiert und veröffentlicht werden. Der Schlussbericht wird Empfehlungen
beinhalten, die den EBU-Mitgliedsländer helfen sollen, ihre gegenwärtige
Situation zu verbessern.
Bildung einer Expertengruppe für Technologie. Die Gruppe wird eine
Untersuchung über die barrierefreie Gestaltung und Sicherheit bei
Haushaltsgeräten duchführen. Empfehlungen für einen besseren und sicheren
Zugang sind als Teil eines Schlussberichts bis zum Ende dieses Jahres zu
veröffentlichen.
Bildung einer Expertengruppe zur UN-Konvention Rechte behinderter
Menschen. Als Teil der EBU-Strategie, die Umsetzung der Konvention in den
Mitgliedsländern innerhalb und außerhalb der EU effektiv zu begleiten, wird
sich die Gruppe um den Aufbau einer legislativen Datenbank kümmern und
diesen unterstützen. Es ist vorgesehen, Empfehlungen auszuarbeiten, wie sich
die aus den verschiedenen Ländern stammenden Informationen barrierefrei
gestalten und nutzbar machen lassen. Die Aktivitäten der Expertengruppe
werden in den kommenden Jahren fortgesetzt. Ein erster Bericht wird bis Ende
2008 erstellt werden.
Konzeptualisierung und Aufbau einer Datenbank zur Umsetzung der Artikel
der Konvention, die für blinde und sehbehinderte Menschen in allen
Mitgliedstaaten der Europäischen Union besonders wichtig sind. hat. Diese
Arbeit wird in den kommenden zwei Jahren fortgeführt.
Capacity
Building: Veranstaltung eines Schulungsseminars für blinde und
sehbehinderte Frauen in zwei EBU-Mitgliedstaaten im westlichen Balkan, die
in den Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess einbezogen sind (Serbien
und ein weiteres noch zu benennendes Land).
Veranstaltung eines Seminars in Tallinn, Estland (voraussichtlich im
Oktober) zum Thema, wie sich die Mitwirkung von Frauen in den leitenden
Gremien der Blinden- und Sehbehindertenverbände verbessern lässt und wie man
geeignete Schulungsmaßnahmen entwickeln kann. (Eine Sitzung der
EBU-Verbindungskommission wird vor dem Seminar stattfinden).
Bildung einer Lenkungsgruppe und eines Finanzkomitees
Für die Übersetzung des EBU-Newsletter ins Französische, Deutsche und
Spanische stehen finanzielle Mittel bereit.
Eine kleine ad hoc-Arbeitsgruppe wird untersuchen, wie sich die externe
Kommunikation der EBU verbessern lässt, und wird geeignete Lösungsvorschläge
unterbreiten.
Weitere Informationen erteilt Rodolfo Cattani,
inter@uiciechi.it oder Yvonne
Toros, ebu.projects@wanadoo.fr
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Diskriminierung und Behindertenrichtlinie
Nachstehend eine Pressemitteilung der EBU vom 25. April bezüglich des jüngsten EU –Vorschlags eines Antidiskriminierungesetzes wegen Behinderung.
Die EBU begrüßt Kommissar Spidlas Erklärung vom 2. April im Ausschuss des Europäischen Parlaments für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten, wonach die Europäische Kommission eine Nichtdiskriminierungsrichtlinie wegen Behinderung vorschlagen wird.
Die EBU hat die Kampagne des Europäischen Behindertenforums (EDF) für die Schaffung einer entsprechenden Gesetzgebung nachdrücklich unterstützt, insbesondere im Rahmen der sogenannten “1million4disability“-Kampagne“ (“Eine Millionen Jastimmen für Behinderung”). Die EBU wird auch weiterhin solange Druck auf das Kollegium der Kommission, das Europäische Parlament und den Ministerrat ausüben, bis das Gesetz in Kraft tritt.
Gleichzeitig
ist es wesentlich, dass in einer entsprechenden Gesetzgebung die Thematik
mehrfacher Diskriminierungen angemessen behandelt wird, von der alle
behinderten Menschen betroffen sein können - ungeachtet ihres Alters,
Geschlechts, ihrer Religion oder ihrer Weltanschaung, ihrer ethnischen
Herkunft oder sexuellen Ausrichtung. Die EBU ruft deshalb alle
EU-Institutionen auf, die Debatte um die Legislativmaßnahmen nachdrücklich
voranzutreiben, die die gesetzlichen Regelungen stärken werden, die eine
Diskriminierung aus allen in Artikel 13 des EU-Vertrags genannten Gründen
untersagen. Art. 13 EU-Vertrag verleiht dem Rat im Rahmen seiner Befugnisse
die Kompetenz, angemessene Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierungen
aufgrund des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion
oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen
Ausrichtung zu ergreifen.
Im November vergangenen Jahres präsentierte die Europäische Kommission neue Vorschläge zur Novellierung des Telekommunikationspakets, das den Zugang zu elektronischen Kommunikationsnetzwerken und -diensten regelt.
Die drei neuen Vorschläge beinhalten:
den allgemeinen Rechtsrahmen,
die Nutzerrechte,
- die Errichtung einer neuen europäischen Regulierungsbehörde für den
elektronischen Kommunikationsmarkt.
Das Gesetz ist von großer Bedeutung für blinde und sehbehinderte Menschen und für Behinderte im allgemeinen, da es den Zugang zu Information und Kommunikation regelt. So wie die Dinge liegen, gibt es mehrere Probleme mit dem Gesetz . Die Novellierung strebt an, einige zu behandeln, jedoch nicht alle und manchmal nur im beschränkten Umfang.
Die Koordinatorin des Europäischen Parlaments, Catherine Trautmann, und die Berichterstatter standen den Bedenken der EBU sehr aufgeschlossen gegenüber und haben sie aufgefordert, Änderungen vorzuschlagen, was wir auch taten Die EBU wartet jetzt ab, inwiefern sie übernommen werden, und wird prüfen, was noch zu tun ist. Schließlich arbeitet die EBU auch mit dem EDF zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Positionen abgestimmt sind.
Eine der Hauptfragen, die bisher nicht angesprochen wurden, ist der Geltungsbereich des Rechtsrahmens und in welchem Umfang dieser mobile Kommunikationsanwendungen für das auf dem Internetprotokoll basierende Fernsehen (IPTV) sowie Sprache über Internetprotokoll behandeln wird. Es wird erwartet, dass die Kommission eine Mitteilung herausgeben wird, die dies klären wird.
Steve Tyler, Leiter der Abteilung für Barrierefreiheit und Innovation beim RNIB, wird bei einer Anhörung am 6. Mai sprechen und unsere Position darstellen.
Da die Gefahr besteht, dass der Rat einige der für behinderte Menschen relevanten Vorschläge abschwächen wird, werden die EBU-Mitglieder Einfluss auf ihre nationalen Regierungen nehmen müssen, um dies zu verhindern.
Weitere Informationen und Informationsmaterial erteilt Anne Spinali, RNIB
European Campaigns Officer,
anne.spinali@rnib.org.uk
Wie Sie sicherlich noch wissen werden, haben EBU und der Verband der Europäischen Verleger (FEP) gemeinsam ihren Einfluss bei der Europäische Kommission geltend gemacht, um die Einleitung eines Regelverletzungsverfahrens gegen Schweden wegen seines zu geringen Mehrwertsteuersatzes bei Hörbüchern (6%) zu verhindern.
Unsere Kampagne unterstrich dabei die Tatsache, dass die gegenwärtige Mehrwertsteuerregelung blinde, sehbehinderte und andere Menschen mit Lesebehinderung indirekt diskriminiert, indem Hörbücher mit einem höheren Mehrwertsteuersätzen belegt werden. Unser Argument war, dass ein Buch ein Buch ist, egal in welchem Format es angeboten wird. Dank im Wesentlichen unserer Lobbyarbeit hat die Kommission, jedenfalls für den Augenblick, ihre Entscheidung verschoben.
Inzwischen hat die Kommission ihre Konsultation über die Novellierung der Mehrwertsteuerreduzierung veröffentlicht. Die Konsultation schlägt insbesondere vor, Anpassungen aus technischen Gründen sowie wegen der Kohärenz und Klarheit in Bezug auf Hörbücher vorzunehmen. Ferner wird festgestellt, dass jedes Buch durch die ISBN eindeutig klassifiziert wird. Sollten Hörbücher eine dem Papierformat ähnliche Identifikationsnummer zugewiesen bekommen, dann könnten diese ebenfalls als Bücher gelten und kämen für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz in Frage.
Das sind wirklich gute Nachrichten und die EBU wird eine entsprechende Antwort auf die Konsultation vorbereiten. Darüber hinaus werden wir mit dem FEP eine gemeinsame Erklärung zur Unterstützung der technischen Anpassung vorbereiten.
Jetzt kommt es darauf an, dass wir unsere Regierungen dafür gewinnen, diese Anpassung zu unterstützen oder zumindest sich ihr nicht zu widersetzen.
Weitere Informationen erteilt Anne Spinali, RNIB European Campaigns Officer, anne.spinali@rnib.org.uk Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Glühbirnen werden schrittweise aus dem Verkehr gezogen
Mit dem Ziel, Umwelt und Binnenmarkt zu schützen, arbeitet die EU zur Zeit
im Rahmen der „Ökodesign-Richtlinie” (Richtlinie 2005/32/EC) an einer
umweltgerechten Gestaltung energiebetriebener Produkte (EuP), um die
Effizienz solcher Produkte zu verbessern. Die Richtlinie behandelt viele
Bereiche des Alltags, einschließlich Haushaltsbeleuchtung. Die Kommission
hat hierzu eine Studie in Auftrag gegeben, die Möglichkeiten prüfen soll,
den Energieverbrauch von Glühbirnen zu reduzieren. Die Organisation ANEC,
die europäische Stimme der Verbraucher im Bereich der Standardisierung, hat
an dieser Studie mitgewirkt. Das RNIB hat die ANEC zu diesem Zweck über
unsere wichtigsten Sorgen informiert. Mögliches Ergebnis der Studie könnte
eine EU-Auflage sein, Glühbirnen schrittweise vom Markt zu nehmen.
Bereits im vergangenen Jahr hat die britische Regierung eine in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel entstehende “freiwillige Selbstverpflichtung” angekündigt, um den Gebrauch der traditionellen Glühbirnen in den nächsten zwei Jahren schrittweise auslaufen zu lassen - voraussichtlich noch bevor sie hierzu durch eine entsprechende EU-Auflage verpflichtet wird.
Im Januar 2008 traf das RNIB mit Regierungsvertretern des britischen Ministeriums für Umwelt zusammen, um über die Sorgen blinder und sehbehinderter Menschen betreffend den Gebrauch energiesparender Glühbirnen zu sprechen.
Hier zusammenfassend die uns bekannt gewordenen Befürchtungen von
Menschen mit Sehbehinderungen in Bezug auf Energiesparlampen:
sie brauchen länger, um anzugehen;
sie sind nicht so hell wie weißglühende, (herkömmliche)
Glühbirnen;
sie sind teuerer;
sie sind nicht dimmbar;
Qualität oder Farbe des Lichtes sind nicht akzeptabel.
Tatsächlich werden, so glauben wir, trotz mancher technischer Verbesserungen viele dieser Sorgen nicht so schnell verschwinden. Das RNIB wird deshalb in Kürze zu diesen Fragen umfassend informieren. In der Zwischenzeit bitten wir alle übrigen EBU-Mitglieder eindringlich, diese Frage in ihrem Land zu verfolgen und Kontakt zur ANEC aufzunehmen, sofern sie wünschen, an der EU-Studie mitzuwirken.
Weitere Informationen erteilt Dan Pescod, Referent für europäische und internationale Angelegenheiten Dan.Pescod@rnib.org.uk
Dass die überwältigende Mehrheit der blinden und sehbehinderten Menschen in Europa sich im Rentenalter befindet, ist allgemein bekannt. Aber fragen wir uns jemals, ob wir den Bedürfnissen dieser Gruppe auch bedarfsgerecht entsprechen? Über viele Jahre hinweg hat die EBU-Expertengruppe für ältere Menschen daraufhin gewirkt, die Aufmerksamkeit auf die speziellen Bedürfnisse älterer blinder und sehbehinderter Menschen zu lenken. Leider erkennen auch viele unserer nationalen Organisationen und Dienstleister nicht, dass die Bedürfnisse älterer blinder Menschen anders sind als die blinder jüngerer Menschen oder Geburtsblinder. Dies ist nicht überraschend, denn ältere Menschen finden es vielfach schwierig, sich Gehör zu verschaffen, zu Konferenzen zu reisen, Zugang zu den Tagungsunterlagen zu bekommen oder sich zu trauen, die vorhandenen Barrieren offen anzusprechen.
In der letzen Arbeitsperiode der EBU hat sich eine Expertengruppe aus ganz Europa bemüht, Beispiele für bewährte Verfahren zu finden und Beziehungen zu allgemeinen Seniorenorganisationen zu knüpfen. Die Gruppe fordert jene auf, die über Technologie, Umwelt und Verkehr oder auch Freizeit reden, stets an die Bedürfnisse älterer Menschen zu denken. Wir fanden Beispiele für eine gute Praxis, bei denen speziell die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt wurden: Gedächtnistraining in Deutschland, Förderprogramme zum Aufbau von Freundschaften (“friendship enrichment programmes”) in den Niederlanden, exzentrisches Sehtraining in Schweden und Rehabilitation bei neurologisch bedingtem Sehverlust bei Schlaganfallpatienten in Großbritannien.
In der neuen Arbeitsperiode der EBU wünschen wir uns, dass wir von den nationalen Mitgliedern aus ganz Europa, von Institutionen, Programmen und einzelnen Personen hören, die bei einem Expertenpool für die Belange blinder und sehbehinderter älterer Menschen mitwirken möchten. Vielleicht gilt Ihr Interesse der Heim- oder Tagespflege, der Ausbildung von Fachkräften oder Rehabilitationsprogrammen, der Entwicklung oder Änderung von Hilfsmitteln oder Technologien. Vielleicht sind Sie aber auch selbst ein älterer Mensch, der sich Gehör verschaffen möchte. Wir würden gerne von Ihnen hören.
Mit Ihrer Hilfe können wir ein Verfahren für die kritische Beobachtung der Arbeit nationaler und europäischer Agenturen schaffen und die Interessen blinder älterer Menschen wirksam vertreten. Wir möchten prüfen, welches Potenzial für Aktivitäten und den Austausch zwischen den Generationen und den Ländern besteht. Durch unsere gemeinsame Arbeit, durch Wertschätzung der Vielfalt und durch die Ermutigung zu lebenslangem Lernen können wir dafür sorgen, dass die Stimme blinder älterer Menschen gehört wird. Durch Bündelung unserer Kompetenzen und unseres Fachwissens möchten wir eine “toolbox” schaffen, über die wir auf der EBU-Webseite informieren wollen und die auch Beispiele modelhaften Engagements zugunsten älterer Menschen enthalten soll. So kann den nationalen Organisationen geholfen werden, ebenfalls bewährte Verfahren für die eigene Seniorenarbeit zu entwickeln.
Bitte senden Sie Ihre Beiträge an folgende Adresse ebuoffice@euroblind.org
Weitere Informationen erteilt Alan Suttie, Koordinator EBU- Lenkungsgruppe
“Senioren”. Alan.Suttie@rnib.org.uk
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Die neue Kommission für Rechte der EBU hielt vom 19. bis 20. April 2008 ihre erste Sitzung in Paris unter der Leitung ihres neuen Vorsitzenden, Philippe Chazal, ab. Für die kommenden vier Jahre wurde das folgende Arbeitsprogramm aufgestellt:
1. Förderung und Hinwirken auf die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen (CRPD) und des fakultativen Protokolls:
1.1. Erstellen von Schulungs- und Bildungsmaterialien, um die EBU-Mitglieder bei der Einflussnahme auf ihre Regierungen zu unterstützen. Insbesondere wird die Kommission die von der vorherigen Kommission erarbeiteten Rechte-Erklärung fördern und möglichst umfassend verbreiten. Sie wird ferner die Veröffentlichung des “European Messenger” weiter verfolgen (Erscheinungsweise mindestens einmal pro Jahr).
1.2. Aufbau einer legislativen Datenbank. Die Kommission wird die verschiedenen Bereiche feststellen, die von den jeweils relevanten Artikeln der Konvention behandelt werden, und diese alphabetisch katalogisieren, um die Eingabe und das Abrufen von Informationen zu erleichtern. Die anderen EBU-Kommissionen und Lenkungsgruppen sollen hierbei, entsprechend ihrer jeweiligen Fachkenntnis, um Beratung gebeten werden.
1.3. Erneuerung des “Hermes”-Netzwerkes als Netzwerk für Blindenrecht. Um eine möglichst aktive Mitwirkung an diesem Netzwerk zu erreichen, wird jedes Kommissionsmitglied Schnittstelle für drei oder vier EBU-Mitgliedern sein, die nicht in der Kommission vertreten sind.
1.4. Durchführung einer Konferenz für die Überprüfung der Umsetzung der Konvention zur Mitte der Arbeitsperiode der EBU, die sich möglicherweise im Schwerpunkt mit den Rechten blinder und sehbehinderter Frauen befassen wird. Dies wird im Rahmen eines Seminars über Europäische Staatsbürgerschaft behandelt werden, für das europäische finanzielle Mittel bereitstehen.
1.5. Zusammenarbeit mit dem WBU-Komitee für Rechte in Bezug auf die Umsetzung der Konvention in anderen Regionen der Welt.
2. Durchführung einer Studie mit anschließender Konferenz über das Recht auf Kompensation der blindheits- und sehbehinderungsbedingten Mehrkosten (Kroatien).
3. Gemeinsame Kampagne mit dem Europäischen Behindertenforum für eine behindertenspezifische Antidiskriminierungsrichtlinie.
4. Zusammenarbeit mit anderen Kommissionen.
4.1. Gemeinsame Arbeit mit allen EBU-Kommissionen und Lenkungsgruppen zwecks Erstellen des unter Ziffer 1.2 beschriebenen alphabetischen Registers.
4.2. Unterstützung der Bemühungen der EBU-Kommission für Rehabilitation, berufliche Ausbildung und Beschäftigung für die Schaffung eines gemeinsamen Rechtes auf Rehabilitation für alle blinden und sehbehinderten Menschen in ganz Europa.
4.3. Unterstützung der Bemühungen der Lenkungsgruppe für taubblinde Menschen zu der Gewährleistung eines Rechtsanspruchs auf Rehabilitation und der Anerkennung von Taubblindheit im Sinne einer eigenständigen Behinderung.
Weitere Informationen von Philippe Chazal, Vorsitzender der EBU
Rechte-Kommission,
ph.chazal@avh.asso.fr
In den vergangenen Jahren haben blinde und sehbehinderte Jugendliche in
Estland an verschiedenen Projekten des Europäischen Programms “Jugend”
teilgenommen. Dieses hat ihnen ermöglicht, fremde Länder zu besuchen, an
internationalen Workshops teilzunehmen, neue Freunde zu finden und über ihre
größten Sorgen mit blinden und sehbehinderten jungen Menschen aus anderen
europäischen Ländern zu diskutieren.
Heute haben unsere Jugendlichen gelernt, Projekte umzusetzen, die sie für
wichtig halten wie z, B. das Online-Dancing.
Die Schüler der Staatlichen Estländischen Studienanstalt für Blinde und
Sehbehinderte haben durch ihre Teilnahme an europäischen Projekten wertvolle
Erfahrungen gemacht und bewerben sich jetzt für neue Projekte in Estland. So
wurde beispielsweise letztes Jahr im Sommer eine Jugendbegegnung
veranstaltet, zu der es in diesem Sommer ein Nachfolgetreffen geben soll.
Estlands blinde und sehbehinderte Jugend ist für neue Ideen und
Herausforderungen bereit.
Weitere Informationen erteilt Monica Lovi, Estländischer Blindenverband
monsalovi@gmail.com
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Die europäischen EWR-Finanzierungsmechanismen umfassen Zuschüsse des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und die norwegische Kofinanzierung. Diese Zuschüsse ermöglichen die finanzielle Unterstützung und bilaterale Kooperationen für öffentliche, private und zivile Akteure in 15 europäischen Ländern. Über die EWR- Finanzierung gibt Norwegen 1.134 Milliarden Euro für die Förderung der ökonomischen und sozialen Kohäsion in der erweiterten EU aus und um die Fähigkeit der neuen EU/EEA-Länder zu verbessern, im vollen Umfang am Binnenmarkt teilzunehmen. Ein weiteres Ziel ist es, die bilateralen Beziehungen Norwegens zu den Empfängerstaaten zu stärken. Projektvorschläge sind hierbei zunächst bei den zuständigen nationalen Behörden in den Empfängerstaaten zur Beurteilung einzureichen, bevor sie an die Geberstaaten zur Entscheidung weitergeleitet werden.
Nähere Informationen, Regeln, Verfahren und Richtlinien sowie die erforderlichen Absichtserklärungen zwischen Empfänger- und Geberländern sind abrufbar unter: www.eeagrants.org
Fonds der Nichtregierungsorganisationen:
Der Stärkung der Zivilgesellschaft und der verbesserten Kapazität der Nichtregierungsorganisationen (NRO) gilt besondere Aufmerksamkeit sowohl im Rahmen der EEA-Zuschüsse sowie gleichzeitig der Zuschüsse des Staates Norwegens. Die Bereitstellung von NRO-Zuschüssen sind für zehn Empfängerländern geplant.
Insgesamt wird der NRO-Fonds rund 70 Millionen Euro für die Entwicklung der Zivilgesellschaft bereitstellen, die dann zusätzlich zu den Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die ohnehin im Rahmen des normalen Ausschreibungsverfahrens angeboten werden.
Allgemeine Informationen über den NRO-Fonds: Richtlinie für die Vergabe von NRO-Zuschüssen unter www.ngonorway.org , www.europaportalen.no
Die Internationale Organisation für Standardisierung (ISO) hat einen
Vorschlag angenommen, den ich im Auftrag der WBU vor zwei Jahren auf der
ISO-Sitzung in Barcelona gemacht habe. Es ging hierbei um die Aufnahme eines
ursprünglich von der Japanischen Stiftung für barrierefreies Design
entwickelten blindenfreundlichen Standards für die Gestaltung der
wichtigsten Kreditkarten.
Der Standard beschreibt die physischen Eigenschaften eines tastbaren Erkennungsmerkmals, das blinde und sehbehinderte Karteninhaber verwenden, um ihre Karten unterscheiden zu können. Er definiert den Bereich für das TIM (Tactile Identification Mark) und die Gestaltung der im Stile der Blindenschrift geprägten und in Mustern angeordneten Punkte für müheloses taktiles Erkennen.
Weiter Informationen erteilt Kaoru Tsukamoto,
kaoru.tsukamoto@felicanetworks.co.jp
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Der Bericht wurde kürzlich veröffentlicht. Er untersucht das praktische
Funktionieren unterstützter Beschäftigung in verschiedenen europäischen
Ländern. Ziel der Studie war es, einen Eindruck zu bekommen, wie
unterstützte Beschäftigung in diesen Ländern praktiziert, organisiert und
verstanden wird, um auf der Grundlage dieser Informationen zu beurteilen,
welche Fortschritte die unterstützte Beschäftigung in Norwegen gemacht hat.
Die Studie will aber auch weitere allgemeine Diskussionen und wissenschaftliche Untersuchungen zur unterstützten Beschäftigung anregen. Grundlage hierzu bilden ausgewählte Interviews mit Beschäftigten in entsprechenden Einrichtungen in Irland, Finnland, Portugal, Schottland, Holland und Spanien. Der Bericht diskutiert verschiedene Aspekte der unterstützten Beschäftigung und bietet Empfehlungen für die weitere Entwicklung.
Weitere Informationen erteilt Michael J. Evans, Manager, Job Center
Präsident, Europäische Union für Unterstützte Beschäftigung,
Personalabteilung
mike.evans@dundeecity.gov.uk
Von Luisa Bartolucci
Am Samstag, den 8. März 2008, feiert der Internationale Frauentag seinen
100. Geburtstag. Die Begehung dieses Tages hat entfernte Wurzeln in der
Internationalen Sozialistischen Frauenbewegung. Im Jahre 1907 organisierte
Clara Zetkin, eine deutsche Arbeiterführerin, die im Ersten Weltkriegs den
Spartakusbund gründete, gemeinsam mit Rosa Luxemburg, Theoretikerin der
marxistischen Revolution und Gründerin der Polnischen Sozialistischen Partei
sowie der Deutschen Kommunistischen Partei, die erste internationale
Frauenkonferenz.
Dennoch verbindet man die Begehung des Frauentags eher mit jenem Brand, der 1908 eine Baumwollfabrik in Chicago zerstörte und bei dem die 129 Arbeiterinnen, die diese Fabrik bestreikten, qualvoll ums Leben kamen. Bei einer weiteren internationalen Veranstaltung in Kopenhagen im Jahre 1910 wurde beschlossen, einen Internationalen Frauentag ins Leben zu rufen, auch um der Tragödie in Chicago zu gedenken. In den folgenden Jahren, ebenfalls während und nach dem Ersten Weltkrieg, fing man an, diesen Tag in verschiedenen Teilen der Welt zu feiern. Aber erst in den siebziger Jahren wurde der 8. März sehr populär und erreichte einen hohen Beteiligungsgrad. In jenen Jahren nahm die Zusammenarbeit der Frauenbewegung mit den Feministinnen allmählich zu.
Der Internationale Frauentag durchlebte ein Jahrhundert wahrhaftiger Geschichte, in dem politische Bewegungen, Kriege, Ideologien und Wiederaufbau ihren Platz fanden. Frauen aus vielen Ländern mit unterschiedlichen Regierungen mussten einen langen und schwierigen Weg gehen, an dessen Ende die Emanzipation und Befreiung der Frauen standen, der häufig aber auch unterbrochen war; Frauen waren gleichwohl immer wieder in Lage, ihn mit großer Bestimmtheit wieder aufzunehmen.
Obwohl dieser Tag heute im Wesentlichen eine kommerzielle Veranstaltung ist, sollten wir seine tiefere Bedeutung weder verkennen noch vergessen. Denn hundert Jahre nach den ersten Kämpfen streben Frauen immer noch nach Gleichstellung mit Männern. Gleichstellung bedeutet die gleiche Sichtbarkeit und Chancen zu haben, heißt: konkrete gleiche und ausgewogene Mitwirkung in jedem beliebigen Bereich des öffentlichen und privaten Lebens. Dies schließt ein, dass die Tatsache akzeptiert und geschätzt wird, dass Männer und Frauen in einer komplemetären Beziehung leben wie auch die Tatsache, dass sie unterschiedliche Rollen in der Gesellschaft spielen.
Dies sind die Prinzipien, die die Grundlage der Bestrebungen des Europarates bilden, die konkrete Gleichstellung von Männern und Frauen zu erreichen. Die Ziele dieser Organisationen sind: die der Freiheit und Würde von Frauen entgegenstehenden Barrieren zurückzudrängen, die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu beseitigen, eine ausgewogene Teilhabe von Männern und Frauen im öffentlichen und politischen Leben zu fördern und die Einbeziehung der Chancengleichheit in allen Programmen und Politiken zu erleichtern. In den letzten Jahrzehnten wurden zweifellos bemerkenswerte Fortschritte in den Bereichen des gesetzlichen Schutzes und der Stellung von Frauen erzielt, wenngleich eine deutliche Gleichstellung bislang nicht erreicht wurde. Dies ist weder Märchen noch Allgemeinplatz. Denn in zu vielen Ländern nehmen Frauen immer noch Randpositionen im politischen und öffentlichen Leben ein und werden schlechter bezahlt als Männer in gleicher Position. Auch dort wo Frauen Führungspositionen inne haben oder in großer Zahl im Parlament vertreten sind, regt sich starker Widerstand gegenüber allen Bestrebungen, die traditionellen Geschlechtsrollen zu verändern, und die Massenmedien zeichnen vor allem ein extrem traditionelles Frauenbild. Die Nichtgleichstellung von Männern und Frauen in der etablierten Politik ist immer noch eine der größten Barrieren. Hinzu kommt, dass Frauen, die sich öffentlich oder politisch betätigen, häufig kritisiert werden. Erweisen sie sich gar als ineffizient oder inkompetent, werden sie umso heftiger kritisiert und doppelt getadelt: einmal dafür, dass sie unfähige Politikerinnen sind und sodann weil sie nicht an der Sache der Gleichstellung von Frauen festhalten. In vielen Ländern werden Politiker als vornehme Damen der Gesellschaft präsentiert, wenn sie weiblichen Geschlechtes sind, hingegen als “Väter der Nation”, wenn sie Männer sind. Frauen werden allzu oft stereotypisiert, was in den bestehenden Vorurteilen und in der Intoleranz gegenüber Frauen deutlich zum Ausdruck kommt, die selbst heute noch allzu häufig auf der Grundlage ihres Äußeren beschrieben werden, wobei ihren persönlichen Qualitäten und Fähigkeiten kaum Beachtung geschenkt wird.
Gleichstellung von Männern und Frauen meint nicht, dass Frauen nur dann zu berücksichtigen sind, wenn Entscheidungen zu treffen sind. Sie bedeutet vielmehr, dass Frauen genauso wie Männer, die Macht bekommen müssen, Entscheidungen zu treffen.
Viele Frauen sind immer noch Opfer von Gewalt, sind von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen. Deshalb ist heute von ganz entscheidender Bedeutung, die wirtschaftlichen und anderen Kosten der Nichtgleichstellung deutlich zu machen und sich darauf zu konzentrieren, die vielfältigen Formen der Gewalt zu bekämpfen und zu beobachten - angefangen vom Missbrauch in der Familie bis hin zu den subtileren Formen gesellschaftlicher Repression. Im Streben nach Gleichheitstellung ist es dabei absolut notwendig, ein allgemein geteiltes Bewusstsein für gleiche Chancen zu schaffen – anfangen in der Schule, ja, wir würden sogar sagen vor allem in der Schule, da sich hier die Bildung der Staatsbürgerinnen und -bürger vollzieht.
Wir sollten deshalb den Internationalen Frauentag nicht als etwas
betrachten, das der Vergangenheit angehört oder als eine rein kommerzielle
Veranstaltung abtun. Geben wir dem Tag seinen wahren Wert zurück. Lassen Sie
uns in diesem Jahr und in diesem Jahrhundert damit beginnen, neue Schritte
nach vorn zu tun, neue und konkrete Entscheidungen zu treffen, die uns dem
Ziel einer wirklichen Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern
näher bringen werden.
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Nachstehend die Presserklärung der EBU vom 8. März 2008 zum diesjährigen
Internationalen Frauentag.
Lord Colin Low, Präsident der Europäischen Blindenunion (EBU), gratuliert allen blinden und sehbehinderten Frauen Europas aus Anlass des Internationalen Frauentages. Er ist überzeugt, dass sich die EBU auf die Gleichstellung von Männern und Frauen hinbewegt, erkennt jedoch gleichzeitig, dass die Vision einer gleichberechtigten Zukunft auch eine höhere Mitwirkung der Mitglieder erfordert.
Die UN weiß, dass Menschen mit Behinderung insgesamt in der Gesellschaft benachteiligt sind. Gleichwohl stehen Frauen vor weiteren Barrieren. „Mädchen und Frauen jeden Alters und jeder Behinderung gehören zu den schwächsten und am meisten marginalisierten Mitgliedern der Gesellschaft“, schrieb Leandro Despouy, Berichterstatter des Unterauschusses für Prävention von Diskriminierung und Minderheitenschutz bereits im Jahre 1988. „Es ist deshalb notwendig, die Belange dieser Gruppe bei allen politischen Entscheidungen und Programmen stärker zu berücksichtigen und zu behandeln“.
Gestützt auf die UN-Konvention über die Rechte für Menschen mit Behinderungen verpflichtet sich die EBU deshalb zu einer ausgewogenen Vertretung bei der Besetzung ihrer Entscheidungsorgane und zur Chancengleichheit von Männern und Frauen. Praktisch wird dies dadurch untermauert, dass ein immer stärkerer Anteil von Frauen in den Gremien der EBU zu finden ist. Die erste Generalsekretärin wurde im vergangenen Jahr bei der 8. Generalversammlung gewählt. Im Vorfeld dieser Versammlung fand ein Gleichstellungs- und Vielfaltsgipfel statt. Außerdem hat die EBU eine Lenkungsgruppe “Frauen” eingesetzt, deren wichtigste Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass die Gleichstellung von Männern und Frauen an vorderster Front in der Arbeit der EBU behandelt wird.
Dennoch räumt Lord Low ein, dass auch wenn die EBU der “Gender -Thematik” verpflichtet ist, sie in hohem Maße darauf angewiesen ist, dass ihre nationalen Mitglieder blinde und sehbehinderte Frauen für ihre Arbeit gewinnen und diese auch ermächtigen, den Platz einzunehmen, der ihnen auf allen Ebenen des verbandspolitischen Geschehens zukommt.
“Unser nächster Schritt ist jetzt die Wiederbelebung des
EBU-FrauenNetzwerks,” fügt Lord Low hinzu. “Wir möchten unsere
Mitgliedsorganisationen ermutigen, mehr Frauen auf nationaler und
europäischer Ebene einzubeziehen. Die neue Koordinatorin der
EBU-Lenkungsgruppe “Frauen” heißt Luisa Bartolucci, eine junge blinde
Journalistin aus Italien. Sie soll die Bemühungen für mehr Gleichstellung
bei der EBU lenken und Motor dieser Bestrebungen sein. Hierzu wird sie die
Unterstützung und das Engagement von möglichst vielen Frauen und Männern in
unseren Organisationen brauchen.”
Bulgarien
Zur Feier des internationalen Frauentags brachte die Bulgarische
Blindenunion ein Sonderheft ihrer Frauenzeitschrift in Blindenschrift
heraus, das Artikel zur Situation bulgarischer blinder und sehbehinderter
Frauen enthielt. Daneben fanden Strick- und Kochkurses statt. Ein Laienchor
gab kleinere Konzerte in mehreren Landesteilen.
Weitere Informationen erteilt Jivka Pavlova, Blindenunion Bulgarien, kkevo@mail.bg
Italien
Zwei nationale Veranstaltungen fanden bei der Italienischen Blinden- und Sehbehindertenunion statt. Bei der ersten handelte es sich um eine Gruppendiskussion zwischen Präsidiumsmitgliedern der IBU und Journalisten wichtiger nationaler Zeitungen und Rundfunksender zum Thema Gewalt gegen Frauen und insbesondere gegen behinderte Frauen. Die Mediengespräche fanden vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Morden an Frauen in den letzten Jahren statt.
Die zweite Veranstaltung war ein Radio-Webcast am 6. März. Dieser stand sowohl behinderten als auch nichtbehinderten Frauen offen. Experten diskutierten verschiedene Themen der Chancengleichheit u.a. Führungskompetenz, Haustechnik, Zugang zu Technologien für Frauen, Mobbing, sexueller Missbrauch in der Familie und am Arbeitsplatz, Frauen und Literatur. Die EBU-Gleichstellungs- und Vielfaltsstrategie nahm im Rahmen dieses Programms einen besonderen Platz ein: Alenka Bera, Koordinatorin der Low Vision-Lenkungsgruppe und engagiert auf diesem Gebiet, wurde während der Sendung interviewt. Sie beschrieb ausführlich diese Strategie und berichtete den Zuhörern insbesondere über das im letzten Oktober stattgefundene EBU-Forum und die im Anschluss hieran erstellten Aktionspläne. Die Sendung war interaktiv, so dass die Zuhörer viele Fragen stellen und Kommentare per e-mail geben konnten.
Weitere Informationen erteilt Luisa Bartolucci, Italienische Blindenunion , inter@uiciechi.it
Slowenien
Die Slowenen feiern zwei Frauentage : den Internationalen Frauentag am 8. März und den Muttertag am 25. März.
In diesem Jahr fand das von der Slowenischen Blinden- und Sehbehindertenunion veranstaltete Dritte Frauenforum am 26. März in Ljubljana statt, das sich mit dem Thema „Blinde und Sehbehinderte Frauen und Mutterschaft“ befasste. Fünf Betroffene verschiedenen Alters sprachen über ihre Erfahrungen mit der Mutterschaft. Daneben berichteten Schwestern des Hospitals Ljubljana über ihre Arbeit mit blinden und sehbehinderten schwangeren Frauen. Uns freut es zu hören, dass immer mehr Frauen mit Sehbehinderungen Kinder bekommen. Außerdem wurde ein sehender Erwachsenen eingeladen, der beschreiben sollte, wie er seine blinde Mutter erlebt und wahrgenommen hatte.
Das Forum wurde von der bekannten Autorin Dr. Manca Košir, Professorin für Journalismus an der Universität Ljubljana, moderiert, die sich sehr für die Sensibilisierung der Behindertenthematik engagiert. Die Verhandlungen führten im Ergebnis zur Verabschiedung einiger Empfehlungen, die dem zuständigen Ministerium sowie verschiedenen nationalen Institutionen zugeleitet wurden. Das Forum war offen für die allgemeine Öffentlichkeit und erzielte eine erfreuliche Medienresonanz: So berichteten verschiedene Tages- und Wochenzeitungen über die Veranstaltung. Aufgrund unserer Kommunikationsbemühungen wurden wir außerdem zur Teilnahme an einer Talkshow im Vormittagsprogramm des nationalen Fernsehens eingeladen, um über das Forum zu sprechen. Darüber hinaus ist eine Dokumentation bei einem privaten Sender über das Leben blinder Mütter geplant.
Für die kommende Arbeitsperiode bereiten wir weitere Aktivitäten vor: einen
dreitägigen Strick- und Kochkurs im Mai an der Küste sowie im Oktober in den
Bergen und das traditionelle Frauentreffen, das im September in der kleinen
Stadt Ptuj im Nordosten Sloweniens stattfinden wird. Ich bin überzeugt, dass
unsere Veranstaltungen der Öffentlichkeit gezeigt haben, dass blinde Mütter
als selbständige Frauen im vollen Umfang in der Lage sind, für ihre Kinder
und Familien zu sorgen, natürlich mit der Unterstützung ihrer Partner und
mit Hilfe der Gesellschaft.
Weiter Informationen erteilt Barbara Krejci Piry, Blinden- und
Sehbehindertenunion Sloweniens:
barbara.krejci-piry@guest.arnes.si
Am 8. März werden Frauen in der ganzen Welt den Internationalen Frauentag
feiern. Während für viele Frauen bemerkenswerte Veränderungen in den
vergangenen hundert Jahren eingetreten sind, gilt das nicht für behinderte
Frauen in den Entwicklungsländern. Diese sehen sich nach wie vor einer
dreifachen Diskriminierung gegenüber : behindert, arm und Frau sein.
Behinderte Frauen und Mädchen sind darüber hinaus wegen HIV/AIDS und
drohender Vergewaltigungen häufig besonders gefährdet. Werden sie schwanger
, so werden sie wahrscheinlich verstoßen und als ledige Mütter zusätzlich
stigmatisiert.
Die “Aktion Behinderung und Entwicklung“ (ADD) erkannte, dass die
Behindertenorganisationen zumeist aus behinderten Männern bestehen, was
bedeutete, dass sie die Frauen betreffenden Fragen und Probleme nicht direkt
und offen diskutieren können. Deshalb begann die ADD mit bestehenden Gruppen
zu arbeiten, um sicherzustellen, dass spezielle Unterstützungangebote für
behinderte Frauen und Mädchen vorgehalten werden konnten. Als Teil der
bereitgestellten Unterstützung ermutigt die ADD alle Gruppen behinderter
Frauen an Veranstaltungen teilzunehmen, mit denen der Internationale
Frauentag begangen wird.
Weitere Information : http://www.add.org.uk
Veranstaltungskalender |
Kontakt: Birgitta Blokland, EBU Secretary General
Email : bjb202@hotmail.com
Kommission für Mobilität und Transport
Kontakt : Jill Allen-King
jill.allenking@tiscali.co.uk
6. EBU Taubblindenkonferenz und 2. Generalversammlung der Europäischen
Taubblindenunion
Kontakt : Tajana Tarczay, Projektkoordinatorin,
edbu2007@dodir.hr
Seminar “Worin besteht der Mehrwert der UN-Konvention über die Rechte
behinderter Menschen?”
http://www.vike.fi
(Anmeldeschluss: 9. Mai 2008)
Konferenz zur UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen: Von
Worten zur Realität?
Veranstaltet im Rahmen der Slowenischen EU-Präsidentschaft
Die wichtigsten Themen der Konferenz werden sein: Leben in der Gemeinschaft
für behinderte Menschen, Beschäftigung, Gewährleistung der Barrierefreiheit
von Gebäuden, Informationen und Kommunikation.
Kontakt : Senka ZERIC
Ministerium für Arbeit, Familie und Soziales
senka.zeric@gov.si
Tel : +386 1 369 7618
(Anmeldeschluss: 30. April 2008)
Die EU-Antidiskriminierungsrichtlinien 2000/43 und 2000/78 in der
Praxis : Eine gründliche Analyse
Dieses Seminar wird die Inhalte der beiden europäischen
Antidiskriminierungsrichtlinien eingehend behandeln und den Teilnehmern eine
solide Basis sowie praxisbezogenes Wissen in diesem Bereich vermitteln.
http://www.era.int/web/en/html/nodes_main/4_2127_474/conferences_0000_Date/5_1796_5760.htm
Die EU-Antidiskriminierungsrichtlinien 2000/43 und 2000/78 in der
Praxis : Ein Austausch bewährter Verfahren und jüngster Entwicklungen
Das Seminar will ein Forum sein für den Austausch von Erfahrungen und
bewährten Verfahren in der EU-Gleichstellungsgesetzgebung. Insbesondere
sollen spezielle Aspekte der Richtlinien sowie einige neuere Entwicklungen
behandelt werden.
http://www.era.int/web/en/html/nodes_main/4_1649_490/4_1087_539/5_1070_66.htm
Erster internationaler Kongress für blinde und sehbehinderte Kinder
Veranstalter: Spanischer Blindenverband (ONCE) und das Komitee für
Kinder der Weltblindenunion
Kontakt : Ana Pelaez, rrii@once.es
Drittes Weltforum für Menschenrechte
http://www.spidh.org/?id=162&L=3
Internationales Futsal-Seminar
Kontakt : Neil O’Donovan, Vorsitzender IBSA Europa,
neil@ibsports.ie
15 Weltkongress der Retina International
Veranstalter des Kongresses ist Retina Finnland, Vollmitglied und einer der
Gründungsorganisationen von Retina International. Führende Experten aus der
ganzen Welt werden Vorträge halten über die neueste wissenschaftliche
Forschung, die Behandlung von hereditärer retinaler Dystrophie , Genetik und
andere Themen. Zum ersten Mal wird über Ergebnisse von Tests an Menschen
berichtet werden. Das Programm wendet sich sowohl an Patienten als auch
Wissenschaftler.
www.retina.fi/congress
Kontakt : Geschäftstelle der Retina Finnland
retinitis@kolumbus.fi
9 Internationale Konferenz für „Low Vision“
Die Konferenz gliedert sich in Plenarversammlungen und parallele
Arbeitssitzungen, bei denen anerkannte Akademiker und Forscher die
Ergebnisse ihrer Arbeit in den Bereichen Augenheilkunde, Rehabilitation und
psychosoziale Aspekte der Wiedereingliederung vorstellen.
www.vision2008.ca
11. Internationale Konferenz Computer helfen Menschen mit speziellen
Bedürfnissen
“eQuality: Gleichberechtigter Zugang zur Informationsgesellschaft als
globale Herausforderung“
www.icchp.org
7. Generalversammlung und 4. Frauenforum der Weltblindenunion
www.wbu2008.ch
21. Weltkongress internationale Rehabilitation
Behindertenrechte und soziale Teilhabe: Eine Gesellschaft für Alle
gewährleisten
Der Kongress thematisiert Beispiele aus der UNO-Konvention über die Rechte
für Menschen mit Behinderung, die den Rahmen liefert für die Entwicklung
einer richtigen Politik, für Aktionen und Projekte, um die Lebenssituation
von Millionen behinderter Menschen zu verbessern.
Gleichzeitig bietet der „Weltkongress Rehabilitation International“ die Gelegenheit, mehr als 1.500 Experten, Forscher, Anwälte für Behindertenrecht, Dienstleister und Führungspersönlichkeiten der Zivilgesellschaft zusammenzubringen, um im Rahmen eines dreitägigen umfassenden Programms an Veranstaltungen und Besichtigungen der schönen Stadt Québec teilzunehmen. Dies ist die Chance, Aussteller aus aller Welt kennen zu lernen, die ihre neuesten Markenprodukte und Dienstleistungen vorstellen.
Das RI Netwerk, das aus über 700 Organisationen in rund 100 Ländern
besteht, ist ein Katalysator für die Entwicklung von innovativen Ideen und
Lösungen. Seine Mission ist es, soziale Veränderungen, Inklusion und Rechte
von Menschen mit Behinderungen zu fördern.
www.riquebec2008.org oder
www.riglobal.org