EBU NEWSLETTER Nr 65
November - Dezember 2008

Herausgegeben vom EBU-Büro


Mit finanzieller Unterstützung der
Generaldirektion für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und
Chancengleichheit der Europäischen Kommission

 

Inhaltsverzeichnis

Grüße zum Jahreswechsel

Abschied von Sir John

Europäische Kommission schlägt neue Passagierrechte im Bus- und Seeverkehr vor

Neues zum barrierefreien digitalen Fernsehen

Aus den Ländern

Entwicklung in Aktion

Anzeigen

EBU Spezial

Veranstaltungskalender

[ Die in diesem EBU-Newsletter vertretenen Meinungen sind die der Autoren und entsprechen nicht zwingend den Ansichten der EBU.]





Grüße zum Jahreswechsel

von Lord Colin Low, Präsident der EBU

Dear Friends,
Liebe Freunde,

dies ist eine Zeit der Trauer, besonders für uns in Großbritannien, da wir erst kürzlich den Verlust unseres großen ehemaligen Präsidenten Sir John Wall beklagen mussten. Sir John hatte in der EBU unmittelbar bis zu seinem plötzlichen Tod eine ungewöhnlich starke Präsenz bewahrt, so dass es jetzt schwer ist, sich an die Tatsache zu gewöhnen, dass er, der stets kluge Ratschläge für uns hatte, wann immer wir ihrer bedurften, nicht mehr länger unter uns weilt. Doch fällt es auch schwer, allzu lange traurig zu sein, wenn man daran denkt, wie er mit Spaß und großem Humor alles anpackte, was er tat, und so hätte es sich Sir John auch bestimmt gewünscht. Und somit übersende ich Ihnen die herzlichsten Grüße zu den Festtagen.

2008 war eine Zeit der Konsolidierung und Schaffung von systematischen Verfahren für die Erfüllung des Arbeitsplans für den Zeitraum 2007 bis 2011. Und schon gibt es Fortschritte zu vermelden:
 


 Wir haben mit dem Aufbau einer Datenbank für die Überwachung der Umsetzung der UN-Konvention in allen Ländern begonnen.
 In Fallstudien wird die Beschäftigungssituation und diese betreffende Regelungen für Blinde in vier unterschiedlichen Ländern untersucht, was für unsere Politik und Kampagnen eine große Hilfe sein dürfte.
 Die Arbeiten an der Schaffung eines Entwicklungsfonds für das östliche und zentrale Europa gehen weiter. Für Mai 2009 wird derzeit von VOS eine größere Konferenz über „capacity building“ in Petersburg vorbereitet.
 In Kürze beginnen die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag unseres großen Befreiers, Louis Braille, und ich habe die Hoffnung, dass wir die Finanzierung seines Geburtshauses in Coupvray, bei Paris, auf ein sichereres Fundament werden stellen können.
 Um die Zweihundertjahrfeier zu würdigen, wurde aus den 25 besten Beiträgen zum Onkyo Braille Aufsatz-Wettbewerb von 2007 und 2008 ein Buch zusammengestellt, das gleichzeitig aus Anlass des 25jährigen Bestehens der EBU herausgebracht wird.
 


ber es gibt noch sehr viel mehr zu tun. Das Präsidium wird 2009 hart arbeiten müssen. Sie können hierbei auf uns zählen und ich weiß, wir können uns in unseren gemeinsamen Bemühungen auf Ihre Unterstützung verlassen.

Noch einmal wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie und Freunden von dieser Stelle viel Gesundheit, Glück sowie eine erfolgreiche Arbeit für das Jahr 2009.

Colin Low
EBU Präsident


Ihre Meinungen zu Inhalt und Gestaltung des „EBU-Newsletter“ können Sie gerne senden an: ebu@euroblind.org 
 

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Abschied von Sir John

In großer Trauer geben wir den Tod eines der prominentesten und engagiertesten Führern der EBU, Sir John Wall, bekannt, der am 30. November im Alter von 78 Jahren verstarb.
Von 1994 bis 1996 war John Wall Generalsekretär der EBU. 1996 bis 2003 leitete er deren Geschäfte als Präsident. Aufgrund seiner beruflichen Leistungen und der zahlreichen Beiträge für die Blindenselbsthilfe hinterlässt uns Sir John ein außergewöhnliches Vermächtnis, das es zu ehren gilt.
John Wall erblindete im Alter von acht Jahren. Seine Erziehung erhielt er an einer Blindenschule, bevor er Rechtswissenschaften an der Universität Oxford studierte. Nach dem Studium machte er erfolgreich Karriere als viel beschäftigter und angesehener Solicitor-Anwalt, bevor er im Jahre 1991 als erster blinder Rechtanwalt zum Richter berufen wurde. Vor Antritt seines Amtes als Stellvertretender Richter am High Court of Justice, Chancery Division, sagte John Wall: „In der Vergangenheit hielt es die Kammer des Lordrichter für falsch, Blinde ins Richteramt zu berufen. Ich freue mich sagen zu können, dass sich diese Einstellung geändert hat und dass man jetzt die Menschen für sich genommen beurteilt. Ich hoffe, mein Beispiel wird für andere blinde und sehbehinderte Rechtsanwälte eine Ermutigung sein.“

John Walls Leistungen gingen jedoch weit über seinen außergewöhnlichen beruflichen Lebensweg als Jurist hinaus, da er sein Leben lang unermüdlich in verschiedenen Organisationen im Vereinigten Königreich und auf internationaler Ebene für die Blindenselbsthilfe tätig war. Für das RNIB engagierte er sich seit 1962, zunächst als Mitglied des Vorstandes. Ab 1967 leitete er den RNIB-Ausschuss für Publikationen und Hilfsmittel. 1975 wurde er dann zum Stellvertretenden Vorsitzenden des RNIB gewählt, dessen Geschäfte er von 1990 bis 2000 als Präsident leitete.
EBU-Präsident Lord Colin Low erinnert sich: “Mit einer erstaunlichen Energie stürzte er sich auf alles, was er tat, und arbeitete bis zu seinem Ende mit unverminderter Kraft an zahllosen Projekten. Sir John wird in den Annalen der EBU einen Ehrenplatz an der Seite ihrer hervorragendsten Führer einnehmen.“
John Wall war darüber hinaus Gründungsmitglied der Nationalen Föderation der Blinden im Vereinten Königreich und wirkte unter anderem für das Behindertenforum Europa, Sektion Großbritannien, für die Vereinigung blinder Rechtsanwälte Englands, für den Blindenverein Middlesex und für die Stiftung des Blindenrundfunks Großbritannien. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und wurde von Ihrer Majestät Elisabeth II. zum Commander des Britischen Empires und zum Ritter geschlagen.
Aufgrund seiner einzigartigen Begabungen und seines unermüdlichen Engagements war und bleibt John Wall ein Vorbild für alle blinden und sehbehinderten Menschen.

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Europäische Kommission schlägt neue Passagierrechte  im Bus- und Seeverkehr vo

Pressemitteilung: Europäische Kommission , Brüssel, den 4. Dezember 2008

Die Kommission hat heute zwei Gesetzesvorschläge angenommen, mit denen neue Rechte für Fahrgäste im nationalen und internationalen Bus- und Seeverkehr eingeführt werden. Diese Rechte umfassen Mindestregeln für die Bereitstellungen von Informationen für alle Passagiere vor und während der Reise, für die Gewährung von Assistenz und Entschädigungen im Fall der Reiseunterbrechung, Maßnahmen bei Verspätungen und spezielle Assistenz für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Wie schon in den Bereichen Flug- und grenzüberschreitender Bahnverkehr sehen auch diese Vorschläge die Schaffung einer unabhängigen nationalen Stellen für die Regelung von Rechtsstreitigkeiten vor.
"Die EU kann sich einen unterschiedlichen Rechtsumfang für Fahrgäste nicht leisten, je nachdem mit welchem Verkehrsmittel diese reisen. Die beiden neuen Rechtsvorschriften decken alle Beförderungsarten ab. Die Fahrgäste können jetzt das von ihnen jeweils bevorzugte Verkehrsmittel selbst wählen, wobei sie wissen, dass ihre Rechte in Kraft sind - ungeachtet des gewählten Verkehrsmittel“, so Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, der verantwortlich für Verkehr und Transport ist.

Rechte von Menschen mit eingeschränkter Mobilität

Behinderte Passagiere und Passagiere mit eingeschränkter Mobilität werden häufig vom Reisen mit Bus und Schiff abgehalten, da diese Angebote für sie nicht barrierefrei sind und es an der benötigten Assistenz fehlt.
Die Vorschläge behandeln diese Probleme, indem sie Diskriminierungen aufgrund einer Behinderung oder eingeschränkten Mobilität in Bezug auf die Buchung der Reise oder den Einstieg in das Fahrzeug bzw. das Anbordgehen des Schiffes verbieten. Kostenlose Assistenz wird unter der Voraussetzung angeboten, dass der Passagier seinen Bedarf vorher anmeldet und sich am Busbahnhof oder im Hafen zu einem vorab festgesetzten Zeitpunkt vor der fahrplanmäßigen Abreise einfindet.
Das Personal der Beförderungsunternehmen und die Mitarbeiter am Busbahnhof oder im Hafen sollten angemessene Kenntnisse in Bezug auf die Bereitstellung von Assistenz für behinderte Menschen haben.
(...)
Die EU-Länder werden für die Rechtsdurchsetzung zuständige Stellen schaffen, um die Umsetzung der Vorschriften in ihrem Hoheitsgebiet zu gewährleisten. Busfahrgäste oder Schiffspassagiere, die der Auffassung sind, dass gegen eines der betreffenden Rechte verstoßen wurde, können die Angelegenheit künftig dem zuständigen Unternehmen zur Kenntnis bringen. Fällt die Antwort nicht zufrieden stellend aus, kann Beschwerde bei der nationalen Rechtsdurchsetzungsstelle geführt werden, die von dem betreffenden Land eingerichtet wurde.
Vollständiger Text und weitere Informationen auf der Website : http://ec.europa.eu/transport/air_portal/passenger_rights/index_en.htm


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Neues zum barrierefreien digitalen Fernsehen


Gut aufgstellt war die EBU bei der „eInclusion“-Konferenz der Europäischen Kommission, die vom 30.11. bis 02.12.2008 in Wien stattfand. Die Konferenz folgte einer ein Jahr zuvor in Lissabon durchgeführten ähnlichen Veranstaltung. Ziel war die Überprüfung des Fortschritts oder fehlenden Fortschritts auf dem Wege zu einem vollständig inklusiven, digitalen Europa.

Das RNIB hatte einen EBU-Stand aufgebaut, der zum Bereich „Erfahrungen mit dem Digitalen Fernsehen“ in der Ausstellungshalle der Konferenz gehörte. Unser Stand unterschied sich deutlichen von den anderen Ständen in diesem Bereich. Er war wie ein Wohnzimmer aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gestaltet, komplett mit altmodischen Möbeln und Tapeten. Auf einem Podest vor der Wand stand eine Nachbildung des ersten TV-Geräts aus der Massenproduktion, die sich Logie Baird hatte einfallen lassen. Dieses Gerät projizierte Bilder von blinden Menschen auf die Mattscheibe, die auf Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch über die Umstellung auf das digitale Fernsehen sprachen.

Unsere Botschaft war, dass wir zwar das digitale Fernsehen im Prinzip begrüßen, dieses jedoch für Menschen mit Sehproblemen unbedingt barrierefrei gemacht werden muss. Wir erklärten, dass dies nur erreicht werden kann, indem man dafür sorgt, dass die synthetische Sprachtechnologie die Bildschirmmenüs „vorliest“. Der Slogan über unserem Stand warnte davor, dass das Umschalten ohne eine entsprechende Technologie für blinde Menschen Rückschritt für diese bedeuten würde – deshalb das altmodische Aussehen unseres Standes. Ein kontroverser, aber notwendiger Kommentar.

Wir führten gute Gespräche mit zahlreichen Vertretern der Fernsehindustrie, von denen viele die Berechtigung unserer Sorgen anerkannten.

Der Stand trug viel zur Sensibilisierung und zu gelegentlichem Stirnrunzeln in Bezug auf die fortgesetzte Nichtzugänglichkeit des digitalen Fernsehens bei. Im Jahre 2009 werden wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um die digitale Umschaltung daran zu hindern, dass Millionen von blinden und sehbehinderten Europäern abgeschaltet werden.

Weitere Informationen erteilt Dan Pescod, European & International Campaign Manager des RNIB, dan.pescod@rnib.org.uk
 


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AUS DEN LÄNDERN

Frankreich

ELSA – „Barrierefreier Wohnungstausch“ – so heißt ein neuer Service von und für behinderte Menschen.

Die Praxis, Häuser und Wohnungen zu tauschen, geht bereits auf die 50ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, was dank eines befristeten Wohnungstausches die Möglichkeit eröffnete, einen preisgünstigen Urlaub zu verbringen. ELSA bietet diese Dienstleistung jetzt für Menschen an, die in behindertengerechten Häusern und Wohnungen leben. ELSA hilft Mitglieder mit gleichen oder ähnlichen Profilen zusammenzubringen, um sicherstellen, dass ihren speziellen Bedürfnissen entsprochen wird. Dies ist eine großartige Möglichkeit für behinderte Menschen, die allzu oft vor unangemessenen oder unerschwinglichen Urlaubsangeboten stehen.

ELSA wird unterstützt von mehreren Kommunen im südwestlichen Frankreich; von IRM, einem Hersteller mobiler Häuser; von MATMUT, einer französische Versicherungsgesellschaft sowie verschiedenen großen Behindertenorganisationen.

Die ersten 100 Buchungen sind frei auf: www.elsaccessible.com

Weitere Informationen von Aurélie Cevaër, ELSA Project Officer, contact@elsaccessible.com

 

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Irland

„Vereinigung Sehbehinderter Dienstleistungsanbieter“ VISPA) – so heißt eine neue Dachorganisation von Sehbehindertenorganisationen, die ihre Gründungskonferenz am "Welttag für Sehen" - 9. Oktober 2008 - in Dublin abhielt. Gründungsmitglieder sind die irischen Blindenorganisationen „Fighting Blindness“, „Irish Guide Dogs for the Blind“, der „National Council for the Blind of Ireland” (NVBI) und das “St. Joseph’s Centre for the Visually Impaired“.

Auf der Konferenz wurde u.a. der Bericht "Die Augen auf die Zukunft richten" verlesen. Er basiert auf Forschungen zur Häufigkeit von Blindheit und Sehbehinderung in Irland. Die Publikation markiert einen ersten Schritt hin zu dem Ziel der VISPA, ein genaueres Bild der Verbreitung von Blindheit in Irland zu erhalten, und wird den Verband in die Lage versetzen, durch entsprechende Lobbyarbeit die ausreichende finanzielle Ausstattung von Diensten und zusätzliche finanzielle Investitionen einzufordern.

Leiter der Studie waren Professor Jonathan Jackson vom Royal Victoria Hospital in Belfast und Professor Colm O’Brien vom Mater Misericordiae Universitätshospital in Dublin. Die Ergebnisse zeigen:


 Jetzige Daten über Blindheit und Sehbehinderung in Irland unterschätzen die tatsächlichen Zahlen um 30 %;
 Blindheit und Sehbehinderung werden in den nächsten 25 Jahren um 170 % zunehmen;
 Die Gesamtkosten pro Jahr für eine umfassende Behandlung der Hauptursachen für Blindheit und Sehbehinderung liegen zwischen 300 Millionen € – 500 Millionen €;
 Der Bericht liefert auch aktualisierte Zahlen zu den fünf wichtigsten Ursachen für Blindheit in Irland.


VDie VISPA beabsichtigt, sich für eine umfassende epidemiologische augenmedizinische Untersuchung einzusetzen, die auf Ergebnissen und Empfehlungen der Studie aufbaut.
Der vollständige Bericht ist erhältlich auf der Website des NCBI www.ncbi.ie
Weitere Informationen vom NCBI, National Council for the Blind of Ireland, www.ncbi.ie

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Entwicklung in Aktion :

Indien: Berufliche Ausbildung als Schlüssel zur Inklusion

Das Berufsförderungswerk Ludhiana (VRTC) im indischen Staat Punjab, bietet berufliches Training, Berufsberatung und Begleitung sowie eine Arbeitsvermittlung für blinde und sehbehinderte Menschen an. Über die Jahre wurde eine fruchtbare Partnerschaft mit dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband, mit Rehaswiss und der Christoffel Blindenmission aufgebaut. Im Ergebnis entstanden aus dieser Zusammenarbeit zwei gut funktionierende Rehabilitationsprogramme, die zum Ziel haben, blinde und sehbehinderte Bewohner zu befähigen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Beim ersten Programm handelt es sich um einen Mikrokredit: ein zinsfreies Darlehen in Höhe von 10.000 Indischen Rupien (etwa 150 EUR) wird für eine Ausbildung oder eine Existenzgründung gewährt. Das andere Projekt ist ein Finanzierungsprogramm, mit dem die Teilnahme blinder und sehbehinderter Menschen an einer anerkannten Büroausbildung unterstützt wird.

Nayagi ist eine blinde Frau aus dem Staat Tamilnadu. Die Tochter burmesischer Flüchtlinge ist seit ihrer Geburt blind und erlebte viele schlimme Entbehrungen, da der Tod ihres Vaters bedeutete, dass die allein erziehende Mutter zu arm war, um sie zu unterstützen. Ihre Einweisung in das VRTC veränderte ihr Leben. Sie zog in den Punjab, wo sie einen einjährigen Stenokursus absolvierte. Sie engagierte sich in der Gemeinschaft und lernte im Förderzentrum ihren späteren Ehemann, einen Sehbehinderten, kennen. Heute hat sie eine Stelle bei der Indian Overseas Bank, ist Mutter von zwei Kindern und stolze Hausbesitzerin.

Rajwinder ist eine Frau aus Hasanpur, einem Dorf im Punjab. Sie ist von Geburt an taub und wurde nach falscher medikamentöser Behandlung sehbehindert. Sie war arbeitslos und sehr arm, bis sie sich mit Hilfe des Mikro-Kredit-Programms zur Verkäuferin ausbilden lassen konnte. Nun hat sie eine feste Anstellung in einem örtlichen Geschäft für Viehfutter.

Kiran ist eine blinde Frau aus dem Punjab. Sie erblindete während ihrer Ausbildung zur Krankenschwester. Sie wurde depressiv und brauchte eine psychologische Beratung, um mit ihrer neuen Situation fertig zu werden. Schließlich erlernte sie die Blindenschrift und nahm an einem einjährigen Stenokursus in Englisch teil. Dann erhielt sie eine Stelle als staatliche Stenografielehrerin in der Stadt Chandigarh. Kürzlich wurde sie in das Auswahlkomitee berufen, wo sie Bewerbungsgespräche mit zukünftigen Regierungsangestellten führt. Jetzt arbeitet sie an ihrer Promotion.

Rajan ist Sehbehinderter aus der Provinz Tamilnadu. Aufgrund seiner ärmlichen Familienverhältnisse wäre ihm eine höhere Schulbildung wohl versagt geblieben. Er kam jedoch an das VRTC und zog in das Punjab um, um das Institut zu besuchen. Zuerst beherrschte er die Landessprache nicht. Er erhielt zunächst ein Mobilitätstraining und eine Beratung, bevor er zu dem einjährigen englischen Stenografiekursus zugelassen wurde. Heute hat er eine feste Anstellung am Institut für Blinde in Madurai, einer Stadt in Tamilnadu.

Die EBU - Kommission für Entwicklung teilt sich die Rolle der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit den nationalen EBU-Mitgliedern, um deutlich zu machen, welchen Nutzen es bewirkt, wenn Sie ihr Kompetenzen mit unseren Brüder- und Schwesterorganisationen in den Entwicklungsländern teilen, wo sich Wissen und Erfahrung leicht und auf wertvolle Weise investieren lassen.

Weitere Informationen vom Schweizer Blinden- und Sehbehindertenverband www.sbv-fsa.ch

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ANKÜNDIGUNGEN

Voluntäre für Internetradiosender gesucht

Unter dem Motto "Vernetzung der Blindengemeinschaft", bietet das ABC Radio fünf Kanäle mit Online-Inhalten, die mit einer kostenlosen Computersoftware gehört werden können. Zwei dieser Kanäle suchen jetzt neue Moderatoren.

ACB Radio Interactive ist ein englischsprachiger Live-Sender, der hauptsächlich Musik bringt und ein interaktives Programm mit den Hörern gestaltet.
.

ACB Radio World sendet sowohl live und als auch vorher aufgezeichnete Sendungen in verschiedenen Sprachen, hauptsächlich Musik und Gespräche.

ABC sucht mehrere blinde und sehbehinderte ehrenamtliche Moderatoren und Sprecher, die Interesse an Musik haben. Interessenten werden in die Technik und andere Bereiche eingearbeitet. Vorherige Erfahrungen sind nicht notwendig. Alle Sprachen sind willkommen.

Weitere Informationen erteilt Naama Erez, ABC Radio Koordinator naama@acbradio.org

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Netzwerktraining für sehbehinderte Erwachsene

Das SENSIS-Trainingprogramm "Aufbau und Pflege eines persönlichen Netzwerkes" für blinde und sehbehinderte ältere Erwachsenen ist jetzt auch in Englisch erhältlich.

Viele alte Menschen erfahren Einsamkeit. SENSIS hat deshalb ein Gruppenprogramm entwickelt, das blinden und sehbehinderten älteren Menschen helfen soll, sich aktiv mit Themen wie Kontakte, Selbstachtung und Freundschaften zu befassen. Das Training besteht aus zehn wöchentlichen Treffen, praktischen Übungen und Hausarbeit und ist für etwa acht Personen geeignet. Zum Programm gehört auch ein eintägiges Seminar für Fachkräfte, die beruflich mit blinden und sehbehinderten Erwachsenen zu tun haben. Grundlage des Programms sind Forschungen, die von SENSIS in Zusammenarbeit mit den Universitäten Maastricht und Radboud Nijmegen durchgeführt wurden.

http://www.sensis.nl/professional/expertisecentrum/?action=view&id=98

Weitere Informationen von Peter Verstraten: pverstraten@sensis.nl

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EBU-SPEZIAL

Ana Peláez: Reale Verpflichtung für die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Es folgt ein Interview mit Ana Peláez aus Anlass ihrer Wahl in den Ausschuss zur Überwachung der UN-Konvention. Ana Peláez ist Direktorin für Internationale Beziehungen bei der ONCE, des Spanischen Nationalen Blindenverbandes. Daneben ist sie Stellvertretende Vorsitzende der EBU-Kommission für Verbindung zur EU.

Frage: Warum wollten Sie im Expertenausschuss für Experten für die UN-Konvention für Rechte von Menschen mit Behinderungen mitarbeiten?

Antwort: Ich glaube, der Ausschuss hat eine Schlüsselstellung bei der Überwachung der Einhaltung der Verpflichtungen, die durch die Konvention festgelegt werden und wird Auswirkungen für alle Länder haben. Deshalb ist es außerordentlich wichtig für uns als Menschen mit Behinderungen dort vertreten zu sein, um sicherzustellen, dass "Nichts über uns ohne uns“ geschieht. Aufgrund meiner großen Erfahrungen im Behindertenbereich, meiner akademischen Qualifikationen und meiner beruflichen Karriere glaube ich, dass ich mit meinen Erfahrungen in der Behindertenthematik sowie in der internationalen Kooperation und menschlichen Entwicklung etwas beitragen kann.

Frage: Was denken Sie, was wird die größte Herausforderung für Sie als Expertin in diesem Ausschuss sein?

Antwort: Ohne Zweifel wird die größte Herausforderung die wirkliche Vertretung der Menschenrechte, Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung der verletzlichsten Gruppe innerhalb der Population der behinderten Menschen in allen Bereichen des Lebens sein (so wie zum Beispiel Jungen und Mädchen, Frauen mit Behinderungen, Bewohner in geschlossenen Institutionen, Menschen, die durch ihre Behinderung speziell betroffen sind, behinderte Menschen in ländlichen Gegenden usw.)

Frage: Von welchen Bereichen der Konvention verstehen Sie Ihrer Meinung am meisten, wo verfügen Sie über die größten Fachkenntnisse?

Antwort: Die Bereiche, die am engsten mit meiner akademischen Ausbildung und beruflichen Karriere verbunden sind, vielleicht Erziehung und Bildung, Beschäftigung, Barrierefreiheit, politische Teilhabe und Zusammenarbeit in der internationalen Entwicklung, daneben Kinder mit Behinderungen, die Gleichstellung von Männern und Frauen in allen Querschnittsartikeln der Konvention, die diese Themen berühren.

Frage: In Anbetracht Ihrer unmittelbaren persönlichen Lebenserfahrung als ein Mensch mit Behinderung, welche Teile dieser Erfahrungen sind die wichtigsten für Ihre Arbeit im Ausschuss?

Antwort: Ich bin eine Frau und ich bin blind seit meiner Geburt. Ich habe meine Erziehung an einer ONCE-Schule für Blinde begonnen, bevor ich meine gymnasiale Bildung an einer allgemeinen Schule fortsetzte. Ich habe auch im Ausland studiert, am Lyceum Saint Ubert in Brüssel.

Ich habe eine zweijährige Tochter. Mutter zu sein ist eine der schönsten Erfahrungen in meinem Leben. In meinem persönlichen Leben haben mein Mann und ich große soziale Verpflichtungen übernommen, da wir behinderte Pflegekinder haben.

Dank meiner beruflichen Karriere hatte ich die Möglichkeit, 76 Länder zu besuchen, wobei ich mich jedes Mal auf Entwicklungshilfe und die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen konzentriert habe. Zusätzlich arbeitete ich ehrenamtlich bei Entwicklungsprojekten im Behindertenbereich mit, 1996 in Guanajuato, Mexico, und im Jahre 2004 in Cork in Irland.


Frage: Wie würden Sie ihre Erfahrungen in Bereichen beschreiben , die für die Arbeit des Ausschusses wichtig sind, wie z. B. Menschenrechte, Soziologie, politische Wissenschaften, Recht, Forschung oder technische Anwendungen?

Antwort: Meine größten Erfahrungen liegen im Bereich der Sozialwissenschaften, hier insbesondere in der wissenschaftlichen Forschung zu Lebensqualität und Sehbehinderung, das Thema meiner Doktorarbeit.

Frage: Haben Sie schon einmal als Mitarbeiterin oder im Präsidium oder ehrenamtlich, als aktives Ausschussmitglied usw. bei einer Behindertenorganisation oder bei Organisationen, die im Behindertenbereich tätig sind, gearbeitet? Hatten Sie schon einmal mit der Wahrnehmung der Rechte von Menschen mit Behinderung oder in anderer Weise zu tun? Wenn ja, bitte geben Sie konkrete Beispiele dieser Aktivitäten, Zuständigkeiten, Herausforderungen, Erfolge und Lektionen, die Sie dabei gelernt haben.

Antwort: Ich bin z.Zt. Leiterin der Abteilung für Internationale Beziehungen beim Nationalen Spanischen Blindenverband (ONCE) und geschäftsführende Vizepräsidentin der ONCE-Stiftung "Solidarität mit blinden Menschen in Lateinamerika" (FOAL). Darüber hinaus bin ich Frauenbeauftragte im Spanischen Komitee der Vertreter von Menschen mit Behinderungen und deren Familien (CERMI).

In Europa gehöre ich dem Exekutivkomitee und dem Präsidium des Europäischen Behindertenforums (EDF) an, außerdem bin ich Vorsitzende des Frauenkomitees des EDF. Ich spiele auch eine aktive Rolle in der Europäischen Blindenunion als Stellvertretende Vorsitzende der Kommission für Verbindung zur Europäischen Union.

Auf internationaler Ebene, gehöre ich dem Internationalen Rat für die Erziehung sehgeschädigter Menschen (ICEVI) an, wo ich mich aktiv engagiere für das Programm „Bildung für Alle“, das sich für die Herbeiführung der Inklusion in der Erziehung blinder und sehbehinderter Mädchen und Jungen in Entwicklungsländern einsetzt. Darüber hinaus bin ich Mitglied im Ausschuss für das blinde Kind der Weltblindenunion und mir wurde die Ehre zuteil, die WBU im Jahre 2002 bei einer Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zur Lage der Kinder und im NGO-Ausschuss bei der UNICEF zu vertreten.


Für die UNICEF habe ich einen Bericht geschrieben über die wachsende Schutzlosigkeit, unter der blinde und sehbehinderte Kinder leiden. Er war Teil des Jahresberichts der UNICEF 2005.

Diese Erfahrungen und Arbeit haben mich befähigt, eine sehr aktive Rolle bei der Förderung und Verteidigung der Rechte von Menschen mit Behinderung im Allgemeinen und für blinde und sehbehinderte Menschen im Besonderen zu spielen.

Hier nur einige Beispiele meiner Arbeit auf diesem Gebiet:

 Entwurf des 1. CERMI - Aktionsplans für Frauen mit Behinderungen 2005-2008 und Gewährleistung, dass dieser von der spanische Regierung verabschiedet wurde;
 Organisation und Ausrichtung des 1. Weltkongresses für blinde und sehbehinderte Kinder, wo eine Deklaration verabschiedet und ein Netzwerk aufgebaut wurde;
 Verfassen des Berichts über Gewalt gegen blinde und sehbehinderte Mädchen und Jungen als Teil eines von der UNICEF veröffentlichten globalen Berichts;


Frage: In Anbetracht der Tatsache, dass Sie ja als Vertreterin Spaniens im Ausschuss nominiert wurden, wie würden Sie Ihr Verhältnis zur spanischen Regierung beschreiben?

Antwort: Ich habe immer als Bestandteil der Zivilgesellschaft gewirkt. Bei verschiedenen Anlässen wurde ich von der Behindertenselbsthilfe als Expertin ausgewählt mit dem Auftrag, diese zu vertreten, in Bereichen, in denen ich über Kompetenz verfüge, bei Anhörungen im Spanischen Deputiertenkongress (Unterhaus), im Senat sowie im Europaparlament.

Außerdem habe ich die Selbsthilfe in mehreren Regierungsbehörden vertreten, so beispielsweise im Rat des königlichen Ausschusses für behinderte Menschen, im Ministerium für Gesundheit und Verbraucher- angelegenheiten, im Observatorium Frauen und Gesundheit , in der Staatlichen Aufsichtsbehörde Gewalt gegen Frauen sowie im Verwaltungsrat des Spanischen Fraueninstituts. Diese sind offizielle Behörden in meinem Land.

Die Behindertenselbsthilfe in Spanien (CERMI) hat mich außerdem berufen, in der abschließenden Phase der Vorbereitung der UN-Konvention

für die Rechte von Menschen mit Behinderungen teilzunehmen, als spanische Delegierte und Vertreterin der Zivilgesellschaft. Diese Arbeit bewältigte ich unabhängig und frei von äußeren Einflüssen sowie im Sinne einer konstruktiven, partizipatorischen politischen Aktivität.

Frage: Welche Ihrer gesamten Schriften und Stellungnahmen sind nach Ihrer Meinung die wichtigsten für Ihre Arbeit im Ausschuss?

 Anerkennung der Rechte von Frauen und Mädchen mit Behinderungen : Mehrwert für die Gesellschaft von morgen. (CERMI/ EDF, 2008)
Umfassender Aktionsplan für Frauen mit Behinderungen (CERMI, 2005)
 Unsichtbare Kinde (ONCE, 2004)


Frage: Was denken Sie werden die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Konvention sein? Welche Themen der Konvention wird Ihrer Meinung nach besondere Aufmerksamkeit bei der Umsetzung erfordern?

Antwort: Meiner Meinung nach dürfte die größte Herausforderung bei der Umsetzung der Konvention darin bestehen, die gesamte Gesellschaft dafür zu gewinnen, die Sichtweise und das konkrete Herangehen an die Behindertenthematik zu verändern. Wenn es uns gelingt, jeden Einzelnen zu gewinnen, nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern soziale und ökonomische Vertreter, Regierungen und die Gesellschaft im Allgemeinen, so bedeutet dies, dass jeder Interessensvertreter seine oder ihre Verantwortung übernommen haben wird, und dann wird dieses soziale Modell auch Wirklichkeit werden.

Es ist wichtig die Botschaft zu verbreiten, dass diese Konvention nicht nur für behinderte Menschen da ist; ebenso wichtig ist, dass wir als Menschen mit Behinderungen uns an die Spitze dieser Veränderung setzen und aktiv und konstruktiv bei der Umsetzung der Konvention mitwirken.

Hinzu kommt, dass die Konvention eine Reihe von Rechten und Fragen thematisiert, die alle Bereiche des Lebens behinderter Menschen berühren. Jeder dieser Bereiche ist natürlich wichtig, und sie alle bedürfen der Aufmerksamkeit und Bemühungen in einem Maße, das dem Entwicklungsgrad des Landes entspricht, in dem die Umsetzung der Konvention erfolgt. In den Ländern mit einem niedrigen sozioökonomischen
Entwicklungsniveau wird die wichtigste Herausforderung vielleicht darin bestehen, dass die Behindertenthematik überhaupt in die politische Agenda aufgenommen wird.

Artikel 12 der Konvention wirft bestimmte Fragen auf, die mit besonderer Sorgfalt zu behandeln sind um zu gewährleisten, dass der Geist des Vertrages bei der Umsetzung gebührend respektiert wird. Barrierefreiheit als Leitgedanke ist ein Schlüsselelement, das die Effektivität vieler Rechte in der Konvention bestimmen dürfte. Bei den Teilen der Konvention, die radikale begriffliche Veränderungen für bestimmte Nationen beinhalten, im Sinne der früheren Verhältnisse und was von der Konvention in dem betreffenden Land umgesetzt wird, sind die Mitwirkung der Zivilgesellschaft und internationale Kooperation außerordentlich wichtig, um eine erfolgreiche Umsetzung der Konvention sicher zu stellen.

Frage: Der Ansatz des Sozialen Modells zur Analyse von Behinderung erkennt die Rolle der Gesellschaft bei der Schaffung und Aufrechterhaltung von Barrieren für einen umfassenden und gleichberechtigten Genuss der Menschenrechte durch Menschen mit Behinderungen an. Bitte beschreiben Sie einen Bereich, wo die Anwendung dieses Modells aus Ihrer Sicht die Art und Weise, wie die Gesellschaft mit behinderten Menschen umgeht, signifikant verändern würde.

Antwort: Die Umsetzung der Konvention dürfte Veränderungen bei einer Reihe von Fragen bewirken, aber ich glaube, die wichtigste wird zweifellos die sein, wie wir das Thema der Rechte von Menschen mit Behinderungen anpacken.

Bis jetzt wurden solche Themen fast ausschließlich in den Abteilungen und Ministerien für Soziales und mit finanziellen Ressourcen behandelt, die je nach dem gegebenen politischen Willen schwankten. Die Begriffe „Assistenz“ und „Vergünstigungen“ wurden anstelle von „Rechte“ verwendet.

Die wichtigste Veränderung muss die Einbeziehung jener Fragen sein, die Menschen mit Behinderungen berühren, und die Beseitigung von Barrieren und Hürden, die Behinderungen in allen Lebensbereichen bewirken, in jedem einzelnen Bereich der öffentlichen Politik im Sinne von Querschnittsthemen. All das sollte nicht von Haushaltserwägungen abhängen, da wir über RECHTE reden und nicht über Assistenz.
Ein anderer Aspekt, der sich verändern wird, ist die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen bei der Bestimmung des eigenen Lebens, was ja praktisch die Konsequenz aus der uneingeschränkten Ausübung der Rechte darstellt, die wir haben.

Frage: Bei den Verhandlungen im Vorfeld zur Konvention spielten die Nichtregierungsorganisationen, insbesondere die Behinderten-organisationen (DPOs), eine wichtige partizipatorische Rolle in diesem Prozess. Wie stellen Sie sich die Interaktion der Zivilgesellschaft mit dem Ausschuss vor?

Antwort: Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Ausschuss ist absolut wichtig, wollen wir die Konvention zum Erfolg führen. Dies ist der Zweck des Ausschusses und auch der Grund dafür, warum sie im Text der Konvention erwähnt wird. Gäbe es keine enge Kooperation zwischen beiden Seiten, wäre ein Festhalten an der Konvention zum Scheitern verurteilt.

In Bezug auf die Kooperation des Ausschusses mit der Zivilgesellschaft glaube ich nicht nur, dass es Zusammenarbeit geben sollte, sondern auch dass diese durch Protokolle oder Durchführungsbestimmungen formalisiert werden sollte, die der Ausschuss selbst genehmigen müsste.

Wir müssen jedoch noch weiter gehen: um Mehrfachdiskriminierungen, also z.B. Behinderung und Geschlecht, Kinder mit Behinderungen, Behinderung und ethnische Herkunft und so weiter anpacken zu können, wird die Zusammenarbeit mit den Gremien der Vereinten Nationen und solchen Akteuren der Zivilgesellschaft erforderlich sein, die Spezialisten im Bereich der Menschenrechte sind. Wir müssen diese Fragen auch in der Arbeit des Ausschusses ansprechen.

Frage: Die Mitglieder des Expertenausschusses werden an Sitzungen in Genf (Schweiz) für etwa zehn Wochen im Jahr teilnehmen. Wie wollen Sie ihre laufende Arbeit mit der Zeit vereinbaren, die Ihre Mitwirkung im Ausschuss erfordert?

Antwort: Dann muss ich eben noch mehr arbeiten!

Den vollständigen Text und die Quellen erhalten Sie beim EBU-Büro, ebu@euroblind.org


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VERANSTALTUNGSKALENDER

 

EBU Board

    10 – 11 Januar 2009                     COUPVRAI (Frankreich)

kontakt : Birgitta Blokland, EBU Secretary Generall
Email : bjb202@hotmail.com


EBU-Kommissionen und Lenkungsgruppen

      9 – 11 Januar 2009                 MARNE LA VALLEE (Frankreich)

Präsidiumssitzung
Kontakt: EBU-Büro
Email : ebu@euroblind.org

 

      16 – 18 Januar 2009                    TUUSULA (Finnland)

Lenkungsgruppe „Jugend“
Kontakt : Oystein Fylling, Koordinator der EBU-Lenkungsgruppe“Jugend“
Email : oystein.fylling@netcom.no


Andere Organisationen

      4 - 8 Januar 2009                         PARIS (Frankreich)

BRAILLE 1809-2009 - Symposium

Anlass des Symposiums ist der 200. Geburtstag Louis Brailles. Es wird gemeinsam veranstaltet von der Vereinigung Valentin Haüy und dem Nationalen Institut blinder Jugendlicher. Das Programm beinhaltet verschiedene Veranstaltungen, u.a. eine Konferenz und ein Konzert in der Kathedrale Notre Dame.
http://www.avh.asso.fr/bicentenaire/programme/programme.php

 

      15 - 16 Januar 2009                         VALENZIA (Spanien)

KONFERENZ “LEBENSCHANCEN FÜR ALLE“ (LIVING ALL)

Das Projekt “Freie Mobilität und gleiche Lebenschancen für Alle” (Living All Project) wird von der GD Gesundheitsforschung und dem Sechsten Rahmenprogramm der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.
Auf der europäischen Konferenz werden die abschließenden Ergebnisse von Forschungsarbeiten vorgestellt, die im Rahmen des „Living All“ Projektes erfolgten. Die Konferenz zeigt bewährte Verfahren und die Barrieren, die der freien Mobilität und Chancengleichheit für behinderte Menschen in den Mitgliedstaaten der EU entgegenstehen.

 

      bis 8. März 2009 STRAßBURG         (Frankreich)

Ausstellung "Dialog im Dunkeln"

www.dialoguedanslenoir.com/en/dialogue-dans-le-noir-en/

 

     

20 - 23 April 2009                       WROCLOW  (Polen)

Konferenz und Workshop über Unterstützende Technologien für Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen: Erfolge der Vergangenheit und zukünftige Herausforderungen

Diese Veranstaltung ist die sechste in einer Reihe von internationalen CVHI Konferenzen über assistive Technologie und Rehabilitationstechnik, die mit finanzieller Unterstützung der EU-Kommission stattfindet. CVHI ist Teil des CWST-Projektes. http://cwst.icchp.org .

Konferenzthemen sind Technik und wissenschaftliche Aspekte der assistiven Technologie für sinnesgeschädigte Menschen.

Informationen unter:
www.elec.gla.ac.uk/Events_page/CVHI/cvhi

 

      18 - 20 Juni 2009                        COUPVRAY (Frankreich)

INTERNATIONALER BRAILLE KONGRESS

Der Kongress wird organisiert von CINAL in Coupvray, dem Geburtsort von Louis Braille. Das Programm umfasst Themen wie Selbständigkeit, Integration und Zugang zu Wissen. Informiert wird auch über die Coupvrayer Charta, die 10 politische Kernvorschläge beinhaltet. Die Aktivitäten schließen mit einem Konzert von Stevie Wonder und Andrea Bocelli .

http://www.webstore.fr/lille.webstore.fr/faf.asso.fr/cinal.htm

 
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